Augustfehn - Wo kommt eigentlich der Camembert her? Frankreich, klar. Aber Normandie, Bretagne oder doch Burgund? Mitunter um solche Fragen ging es am Dienstag beim Besuch des „France Mobils“ in der Oberschule Augustfehn. Sprache geht eben auch durch den Magen. Nicht nur, dass den Schülern die französische Kultur nähergebracht und damit Lust auf die Sprache des Nachbarlandes gemacht werden sollte. Die Besucherin, die das Institut Français in Bremen an die OBS schickte, ist sogar eine echte Französin.
Laura Chavot, 27 Jahre alt, ist als sogenannte Lektorin für France Mobil in Bremen und ganz Niedersachsen unterwegs. An drei Tagen in der Woche besucht sie Schulen in der Region, um für ihre Muttersprache Werbung zu machen. „Einerseits wollen wir Schüler der fünften Klassen für Französisch begeistern, damit sie sich – wenn sie dann die Wahl haben – für Französisch entscheiden. Andererseits wollen wir auch die älteren Schüler motivieren, weiter diese Sprache zu lernen“, erklärt die Französin.
Denn unter den Fremdsprachen gibt es Konkurrenz. Spanisch erfreut sich bei den Schülern zunehmender Beleibtheit, wird an immer mehr Schulen angeboten und hat auch den Ruf, einfacher zu sein. „Viele Schüler finden Französisch schwer und schreiben auch schlechte Noten. Aber wenn ich mit ihnen spreche und sie mich verstehen, merken sie, dass sie so schlecht gar nicht sein können“, meint Chavot. „Sie können mir außerdem viele Fragen über das Leben in Frankreich stellen.“ Es gehe darum, Spaß an der Sache zu haben und einfach ein wenig zu sprechen und zuzuhören.
Wie wichtig die französische Sprache ist, wird Lehrer Benjamin Surberg nicht müde zu betonen: „Frankreich ist Deutschlands wichtigster Außenhandelspartner, und auch in der Politik besteht eine feste Partnerschaft. Frankreich ist nicht nur ein Urlaubsland, sondern auch Arbeitgeber.“ Airbus sei da nur ein Beispiel für die enge Verknüpfung beider Länder. Generell seien Fremdsprachen heutzutage ausgesprochen wichtig.
Den Besuch von Chavot empfindet der 35-jährige Pädagoge als „massive Bereicherung für Schule und Schüler“. Er sei froh, dass es mit dem ersten Besuch überhaupt geklappt habe: „Die Initiative ist sehr gefragt. Auf einen Termin muss man schon ein paar Monate warten.“
