Jaderberg/Brisbane - „Dass das hier so interessant ist, damit habe ich nicht gerechnet.“ Gaia Beyduz steht in einem Behandlungszimmer der Arztpraxis Baars-Hartmann in Jaderberg und wundert sich. „Wir haben hier heute so viele verschiedene Krankheitsbilder festgestellt, dass ich es kaum glauben kann“, sagt der 32-Jährige im Gespräch mit der NWZ.
Gaia Beyduz studiert im 5. Jahr Medizin an der Universität Groningen und hat jetzt mit großem Erfolg im Rahmen der Ausbildung ein vierwöchiges Praktikum in Jaderberg absolviert. „Über die European Medical School Oldenburg-Groningen kommen so einige Niederländer ins Oldenburger Land“, sagt der Australier, der gebürtig aus Brisbane stammt.
Im Jahr 2011 hatte sich Gaia Beyduz in eine deutsche Touristin verliebt und war ihr nach Tübingen gefolgt. Und von hier aus hat sich der gelernte Elektriker, der immer schon Arzt werden wollte, einen Lebenstraum verwirklicht. Über einen Test erlangte er einen Medizinplatz in Groningen. „Mein Deutsch war zu jener Zeit so schlecht, dass ich mich für Groningen entschied, denn dort wird auf englisch gelehrt“, sagt Gaia Beyduz.
Die Arbeit in der Praxis auf dem Land gefällt dem Medizinstudenten ziemlich gut. „Ich könnte mir durchaus vorstellen, einmal als Landarzt zu arbeiten“, sagt er. Und seine ausbildenden Ärzte, Axel Baars (59) und Michael Hartmann (58) pflichten ihm bei. „Landärzte sind gefragt“, betonen beide unisono. Und beide wünschen sich, dass auch in der Wesermarsch eine Kostenstelle für die Landarztausbildung eingerichtet wird. In den Kreisen Wittmund, Friesland und Aurich sei das bereits der Fall.
Unterdessen liebäugelt der Australier, der die Wesermarsch durchaus zu schätzen weiß, mit einer Facharztausbildung in Deutschland.
