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Förderung Ein Leben ganz im Zeichen der Musik

Hundsmühlen - Der Weg zum Proberaum führt durch einen Flur. An den Wänden hängen Platin- und Goldschallplatten. Vierfach-Platin, Dreifach-Platin, Fünffach-Gold – die Liste der Auszeichnungen des Musikers und ehemaligen Pur-Schlagzeugers Martin Stoeck ist lang, der Flur dagegen ist kurz. „Die Auszeichnungen sollen die Schüler nicht erschlagen. Es ist mir wichtig, einen Bezug zu schaffen: Wo will der Schüler hin?“, sagt Martin Stoeck.

„Ich habe alles erlebt“

Erst vor einigen Wochen hat er seinen Abschied von Pur, einer der bekanntesten deutschen Pop-Bands, bekannt gegeben. „Ich habe mich bewusst dafür entschieden. Nach 20 Jahren habe ich mit der Band alles erlebt – im guten Sinne. Jetzt möchte ich für mich ankommen“, sagt der 50-Jährige. Er konzentriert sich auf seine Schlagzeugschule in Hundsmühlen. Ins Studio geht der Musiker trotzdem. Gerade arbeitet er an einem Projekt unter anderem mit dem Toto-Sänger Joseph Williams.

Vorbei an einer schwarzen Leder-Sitzgruppe geht Stoeck durch eine kleine Küche. Die Tapete zeigt jubelnde Fans. An der Seite steht ein Absperrgitter – die Konzert-Atmosphäre ist perfekt. Im Proberaum stehen zwei Schlagzeuge. Ein offenes Zimmer, indirekte Beleuchtung, hohe Decken kreieren ein angenehmes, ruhiges Ambiente.

Das Oldenburger Land lernte Stoeck durch einen Freund kennen. „Ich habe Land und Leute schätzen gelernt“, schwärmt der gebürtige Frankfurter. 15 Jahre hat er in Köln gelebt, vor einem Jahr mietete er das Haus in Hundsmühlen. „Köln wurde mir einfach zu laut“, sagt er. Still geht es in seiner „Schlagzeugschule Martin Stoeck“ zwar auch nicht zu, doch sie bietet ihm und seinen Schülern auch Rückzugsorte. Der Musiker will die Faszination des Schlagzeugspielens weitergeben. Neben musikalischen Fähigkeiten, will Stoeck seinen Schülern helfen, ihre Persönlichkeit auszubilden.

Es gehe nicht nur darum, „das Zeug zu schlagen“, macht der Musiker deutlich. „Der Schüler soll seinen inneren Ausdruck finden. Er wird da abgeholt, wo er steht – auf Augenhöhe“, betont Stoeck, der vor fünf Jahren eine Ausbildung zum Transformationstherapeuten absolvierte.

Blockaden lösen

„Manchmal geht es darum, psychische Blockaden zu lösen“, erklärt er. Sein Unterricht sei jedoch keine Musiktherapie betont Stoeck. Er wolle seine Schüler von seinen Erfahrungen profitieren lassen. „Ich habe in meiner Karriere jede Situation miterlebt, wir können über alles sprechen. So bekommt der Schüler Erfahrungswerte von einem Menschen, der weiß, wovon er spricht“, sagt Stoeck. Er möchte ihnen helfen, herauszufinden, was sie wollen und wo sie mit ihrer Musik hinwollen. „Mein Traum wäre es, jemanden zu finden, der das Talent hat und ihn dann richtig zu fördern“, schwärmt Stoeck.

Mit seiner Schule will er deshalb auch Talente in der Region entdecken und fördern. „Vielleicht könnte man das in einer Art Casting machen“, überlegt Stoeck. Jedes Jahr möchte er einem herausragenden Talent ein Jahr Ausbildung in seiner Schule spendieren. Das große Ziel seiner Schlagzeugschule sei es, Schülern das Selbstvertrauen zu vermitteln, auf der Bühne den Takt vorzugeben, aber auch mit den Folgen dieses Lebens umgehen zu können.

Merle Ullrich
Merle Ullrich Redaktion Brake
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