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Stedingsehre Ein Lernort voller Herausforderungen

Claus Hock

Bookholzberg - Es geht voran mit dem geplanten Informations- und Dokumentationszentrum rund um die Freilichtbühne Bookholzberg, besser bekannt als „Stedingsehre“. Der Schul- und Kulturausschuss des Landkreises Oldenburg genehmigte auf seiner jüngsten Sitzung einen Zuschuss über 5000 Euro für die Einrichtung des Zentrums im Spieldorf in Bookholzberg. Eröffnet werden soll das Zentrum im Mai 2018.

Ebenfalls in dieser Woche trafen sich Dietmar Mietrach, Vorsitzender des Fördervereins Informationszentrum Freilichtbühne Bookholzberg, und Fördervereinsmitglieder mit Lehrern aus der Region. „Wir wollen die Schulen möglichst früh in die Planung einbinden“, so Mietrach. Denn neben einer Ausstellung, die in Haus 11 des ehemaligen Spieldorfes entstehen soll, soll das Zentrum auch als außerschulischer Lernort dienen.

Noch am Anfang

„Wir stehen noch ganz am Anfang“, betonte Prof. Dr. Dietmar von Reeken, Professor für Geschichtsdidaktik mit den Schwerpunkten Geschichtsunterricht und Geschichtskultur an der Universität Oldenburg, im Gespräch mit den Lehrkräften aus Ganderkesee, Delmenhorst, Lemwerder und Berne. Von Reeken begleitet das Projekt aus didaktischer Perspektive.

Einbettung in die Curricula der Schulen, Bereitstellung von Lehrmaterialien, modulare Lehrinhalte: Die Ansprüche an einen modernen Lernort sind groß, das wurde beim Gespräch durch die Wünsche und Anregungen der Lehrkräfte schnell klar. Vor allem wurde aber auch der Bedarf an „Klassenräumen“, also Arbeitsräumen für große Gruppen, deutlich. „Je genauer wir wissen, was gewünscht wird, desto besser können wir planen“, so Mietrach. Und auch die Argumentation bei der Mittelbeschaffung falle einfacher, je genauer die Anforderungen definiert seien.

Ort der Täter

Deutlich wurde beim Geländerundgang mit Gästeführerin Lisa Dirks auch, dass die ehemalige Theaterkulisse der Nationalsozialisten in ihrer Gesamtheit ein ausgesprochen geschichtsträchtiger Ort ist. Dies sei, so die Meinung der Lehrkräfte, aber auch ein besonderer Vorteil, denn Orte aus dem Lebensumfeld der Schüler würden geschichtliche Ereignisse greifbarer machen für die Jugendlichen – Nationalsozialismus ist vor allem in der 9. und 10. Klasse Thema.

Die Stedingsehre sei aber auch ein Ort, der ganz den Tätern des Nationalsozialismus gehörte, ein Ort der Propaganda und der Indoktrination, auf Idylle angelegt. „Eine Wirkung, die bis heute nachvollziehbar ist“, so von Reeken und weiter: „Einen Ort der Propaganda in seiner Wirkung und Bedeutung darzustellen, ist ganz klar eine Herausforderung.“

Auch wenn die Planungen noch am Anfang stehen, fest steht wohl schon jetzt, dass der Betrieb des Informationszentrums zunächst auf ehrenamtlicher Basis laufen wird. Es sei, so die einhellige Meinung, schwierig, bei solchen Neugründungen gleich Gelder für hauptamtliche Mitarbeiter zu bekommen.

Fest stehe aber auch, obgleich die Details noch geklärt werden müssen, dass das ganze Gelände mit einbezogen werden soll.

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