Ganderkesee - Ein Weg aus rotem Klinker, sanft eingebettet in weißem Kies, eine Buchenhecke, schwere Steinquader mit Sitzflächen aus Holz, ein großer Apfelbaum – alles überspannt von einem großen Segel. Dieser Platz lädt zum Verweilen ein. Nur eine große Magnettafel deutet darauf hin, dass es sich um ein „grünes Klassenzimmer“ handelt. „Ich wollte einen schönen Raum für unsere Schüler haben“, freut sich Dr. Edith Aschenbrenner, Leiterin der Katenkamp-Schule, „das ist vollauf gelungen.“

Im Beisein zahlreicher Förderer, Elternvertreter, Lehrer und natürlich Schüler wurde das neue Freiluftzimmer am Dienstag offiziell seiner Bestimmung übergeben. Es ist „der erste, aber superwichtige Schritt“ (so Aschenbrenner) zum großen Inklusionsprojekt „Kampus“ der Ganderkeseer Schule. Auf gut 4000 Quadratmetern soll (wie berichtet) ein barrierefreier Lern- und Erlebnisgarten entstehen, der auch anderen Schulen zur Verfügung stellen soll. Sollten ausreichend Spenden fließen, könnte die Bauphase bereits im Herbst 2015 beendet sein.

Die Planungskosten für das Freiluftklassenzimmer hat die Firma Kreye übernommen. Weil Eltern und Schüler kräftig mit anpackten, blieb es bei Baukosten von 11 500 Euro. „Es hat viel Spaß gemacht“, den Innenhof vorzubereiten“, berichtete Birgit Goedeker vom Schulelternrat über die „Arbeitseinsätze“. Bei einer Pause im sonnigen Innenhof sei auch der Entschluss gefallen, ein Sonnensegel zu installieren. Diplom-Ingenieurin Stefanie Grundmann wies auf weitere Details hin, so auf die besonders eingefassten Wege, damit diese von Rollstuhlfahrern problemlos bewältigt werden könnten. Glückwünsche im Namen von Rat und Verwaltung überbrachte die stellvertretende Bürgermeisterin Christel Zießler.

„Der Platz in der freien Natur ist ein wichtiger Lernort“, erläuterte die Schulleiterin. Die Kinder lernten soziale Regeln und bekämen mehr Selbstvertrauen. So seien die Schüler der Abschlussklasse mit ihrem Lehrer Reiner Duzat für das Wässern der Pflanzen im „Outdoor-Klassenzimmer“ verantwortlich. Aschenbrenner verschwieg nicht, dass die Schule den Platz durchaus gebrauchen könne. Bei aktuell 72 genehmigten Plätzen (neun Klassen) für Mädchen und Jungen aus dem Landkreis Oldenburg und der Stadt Delmenhorst werde es manchmal eng. Das „Kampus“-Projekt insgesamt sei eine enorme Aufwertung des Schulstandortes.

Als nächster Schritt sei die Umgestaltung des Schulhofes geplant. Rollstuhlfahrer sollten in jede Ecke des Areals gelangen können. Anschließend werden Kletterturm und Wasser-Erlebnispfad installiert. Eine kleine Spende überreichte auch Zießler: Das Geld hatte sie als Falkenburger Schützenkönigin unter den Schützendamen gesammelt.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent