Bösel - „Wir stehen noch ganz am Anfang“, erklärt Herbert Bley, Schulleiter der Oberschule in Bösel. „Dennoch können wir bereits eine erste positive Bilanz ziehen.“ Die Rede ist von der Arbeitsgemeinschaft (AG) „Jung hilft alt“, ein soziales Projekt, an dem sich Schülerinnen und Schüler der Klassen fünf bis neun an der Oberschule Bösel beteiligen können. Ziel des Projekts ist, das Interesse der Schüler an sozialen Themen zu wecken und die Entwicklung ihrer sozialen Kompetenz zu fördern.

Jeden Donnerstagnachmittag sind die Teilnehmer der AG im Altenwohnheim „Edith Stolte“ in Bösel zu Besuch. Dort spielen, singen und basteln sie gemeinsam mit den Bewohnern des Pflegeheims oder gehen bei gutem Wetter mit ihnen spazieren. „Den alten Menschen schenkt das so viel Freude, mit den Schülern gemeinsam Zeit zu verbringen“, schildert Agnes Meyer, Leiterin des Pflegeheims. „Sie freuen sich jedes Mal so auf den Donnerstag. Das ist eine unheimliche Hilfe und Unterstützung – auch für uns“, so die Pflegeleiterin.

Sabrina Kasten ist seit Beginn des Schulhalbjahres mit dabei. Ihr großes Vorbild ist ihre ältere Schwester, die gerade eine Ausbildung zur Altenpflegerin absolviert. „Später möchte ich einmal dasselbe machen“, so die 13-Jährige.

„Die Jugendlichen können durch die ehrenamtliche Tätigkeit in der AG ihre Sozialkompetenz erweitern. Gleichzeitig bietet das Projekt natürlich auch eine hervorragende Möglichkeit zur Berufsorientierung“, meint Initiator Herbert Bley. Dem kann Projektleiterin Rickarda Pitzer nur zustimmen.

Längerfristig sollen die Schülerinnen und Schüler, die an der AG „Jung hilft alt“ teilnehmen auch privat zu älteren Menschen nach Hause kommen und diese betreuen. „Es gibt viele alte Leute hier in Bösel, die alleine leben“, erklärt Pitzer. „Nachdem wir die Schüler umfassend geprüft haben und feststellen, dass sie vertrauenswürdig sind, bietet dieses Tätigkeitsfeld eine gute Ergänzung zu den wöchentlichen Besuchen im Pflegeheim“, so die Pädagogin.