Bardewisch - „Eine Assel, eine Assel. Ich hab’ eine dicke Assel gefunden.“ Die Aufregung bei Joshua ist groß, als er Susanne Rowehl seine Becherlupe mit Nachdruck direkt unter die Nase schiebt und ihr das Tier darin zeigt. Die Leiterin des Spielkreises Bardewisch bestätigt diese spektakuläre Entdeckung und fordert die Kinder auf: „Sucht weiter.“
Es ist Montagnachmittag. Ein Wald in der Nähe von Pfahlhausen. Es regnet. In Strömen. Von den Blättern der Bäume ergießen sich kleine Wasserfälle auf den matschigen Waldweg. Vergnügtes Kinderlachen dringt hinter der grünen Wand hervor. Dahinter wuseln die Spielkreis-Kinder in ihren bunten Regenanzügen zwischen morschen Baumstümpfen hin und her. Sie alle haben Becherlupen und erforschen, was ihnen der Wald an diesem Tag zu bieten hat. Kellerasseln eben. Und Laufkäfer, wie Marlon einen aus dem Holz hervorgepult hat. Und Tausendfüßler. Und Regenwürmer. Und, und, und. . . „Ich hab eine Assel und einen Tausendfüßler“, trumpft Finn auf. Die anderen Kinder schauen beeindruckt in seinen Becher.
Alle Entdeckungen präsentieren die Jungen und Mädchen auch Yvonne Scheffel-Schulz. Sie ist Naturpädagogin und begleitet ehrenamtlich zum Beispiel Kinder bei Waldausflügen. „Kinder sind heutzutage viel zu wenig draußen“, stellt sie fest: „Dabei ist die Natur der beste Lernort. Mehr brauchen Kinder nicht, um etwas zu erleben und zu lernen.“ Dass sie recht hat, bestätigten die Spielkreis-Kinder: aufgeregt, neugierig und vom Forschergeist angetrieben finden sie ihren Regen-Ausflug in den Wald super.
Eine Bank aus gesammelten Ästen haben die Jungen und Mädchen gebaut. Unter einem großen Baum, weil es darunter weniger regnet, so eine weitere Lektion des Tages. Auf der Bank wird Pause gemacht. Doch lange lassen sich die Kinder mit Bananen und Getränken nicht auf den Plätzen halten, schließlich wartet ein Wald voller Abenteuer.
Und das sollte zumindest für die älteren Kinder nicht so schnell enden: sie haben in den Räumlichkeiten des Spielkreises übernachtet.
