Rastede/Wiefelstede - Wenn der Tag kommt, an dem ihre Tochter Laura die Förderschule nicht mehr besuchen darf, wird vieles wieder so sein, wie es für Laura an der Grundschule war: Sie wird selbst merken, dass sie manche Sachen nicht so gut kann wie ihre Mitschüler. Sie wird es nicht leicht haben, Freunde zu finden und wird nach einem langen Schultag ihren Nachmittag mit Lernen und Nachhilfe verbringen. Mutter Kirsten Radtke aus Wiefelstede ist sich sicher: „Laura würde untergehen.“
Die 11-Jährige besucht die Schule am Voßbarg in Rastede. Aber wie lange noch, das weiß Kirsten Radtke nicht. Denn die Landesregierung will bis auf einige Ausnahmen die Förderschulen in Niedersachsen abschaffen – im Zuge der Inklusion. Kirsten Radtke kämpft für den Erhalt dieser Schulen. Sie will, dass Eltern mit ihren Kindern selbst entscheiden können, welche Schule geeignet wäre. Dafür hat sie eine Online-Petition gestartet.
Wenn genug Menschen im Internet diese Petition zum Erhalt der Förderschulen unterstützen, kann das Anliegen im Niedersächsischen Landtag vorgebracht werden.
Kirsten Radtke ist nicht die einzige Mutter, die für den Erhalt einer Förderschule kämpft. In der Gemeinde Dötlingen zum Beispiel im Landkreis Oldenburg kämpft Bianca Meyer für den Erhalt der Sprachheilschule Neerstedt. Bianca Meyers Online-Petition (www.openpetition.de/petition/online/erhaltet-die-foerderschulen-sprache-sprachheilschulen-in-niedersachsen), die schon eine Weile läuft, hat bereits 42 000 Unterstützer (Stand Mittwoch). Kirsten Radtke steht zwar noch am Anfang, hat aber schon mehr als 2600 Mitzeichner. Sie hofft auf viele Unterstützer, die durch ihre Unterschrift für den Erhalt der Förderschulen mit Schwerpunkt Lernen kämpfen und diesen Schulen und auch den Schülern mit Förderbedarf somit eine Lobby geben. Denn Radtke ist sicher: „Frontalunterricht mit mehr als 25 Schülern in einer Klasse, das ist nichts für Laura. Sie würde da nicht mitkommen.“ Seit sie die Förderschule besuche, sei Laura offener geworden, selbstbewusster. „Sie geht wieder gerne zur Schule.“
