Hude - Dass seine Schüler, wenn sie sich an der Spendensammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge beteiligen, ihn sogar noch um eine zweite Sammeldose bitten, hat Lehrer Hajo Daniel eher selten. In diesem Jahr war das so: Phil Hollatz und Hendrik Strackerjan, beide 13 Jahre alt, haben in diesem Herbst insgesamt 406 Euro zusammengetragen – und brauchten dafür gleich zwei Dosen. Das Duo war in der Parkstraße unterwegs. „Die Reaktion der Menschen, die wir zu Hause angetroffen haben, war fast immer positiv“, berichtet Phil. Zusammen mit Hendrik hat er sich gerne für den VDK ins Zeug gelegt: „Das ist ja auch eine gute Aktion.“

Der VDK erhält und betreut Gräber der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft im Ausland und klärt Vermisstenschicksale. Die beiden Achtklässler Phil und Hendrik zählten zu den 25 anwesenden Mädchen und Jungen, die von der Kriegsgräberfürsorge am Dienstag an der Peter-Ustinov-Schule für ihren Einsatz als Spendensammler mit Urkunden geehrt wurden. „Wenn wir Euch nicht hätten, dann könnten wir unsere Arbeit nicht in diesem Umfang leisten“, betonte Evelyn Kremer-Taudien. Die Geschäftsführerin des VDK-Bezirksverbandes Weser-Ems dankte den Schülern und Lehrer Hajo Daniel zusammen mit dem Huder Ortsverbandsvorsitzenden Dieter Holsten für das soziale Engagement.

In diesem Jahr haben neben Phil und Hendrik auch Nadine Steffens, Noa Sofie Neumann, Kimberly Arndt, Leonie Lasse, Jennifer Pilz, Vivien Helmts, Louisa Gropp, Melanie Landowski, Sophie Sprock, Janine Stubbemann, Meliena Zlotos, Laura Sudmann, Marvin Linke und Jonas Terborg an der Spendensammlung teilgenommen.

2011 haben sich 16 der damaligen Achtklässler an der Aktion beteiligt: Franziska Kramer, Carina Fastje, Miriam Mennenga, Cintja Spille, Sinja Sudbrink, Katharina Bogaske, Stefanie Oeltjen, Saskia Bolte, Ronja Landowski, Jasmin Hanisch, Imke Schreiber, Kerstin Helmers, Marko Morgenstern und Renke Stöver. Privat haben sich Viola Nähring und Lea Beneke als VDK-Helferinnen betätigt. „Ältere Menschen geben in der Regel mehr“, berichtet Sinja Sudbrink von ihren Erfahrungen bei der Haussammlung. Am häufigsten würden zehn Euro gespendet, ergänzt Katharina Bogaske. Während manche Türen verschlossen blieben, hätten andere Huder den Schülern sogar Tee oder Süßes angeboten, erzählt Saskia Bolte. Zehn Prozent der Spendensumme kommen den fleißigen Sammlern selber zu Gute. Zudem sind sich die Schülerinnen und Schüler bewusst, dass sich die Urkunde des VDK, die ihr soziales Engagement belegt, auch in der Bewerbungsmappe gut macht.

„Tolle 1517 Euro“ wurden von den Schülern 2011 zusammengetragen, bilanziert Dieter Holsten. Das Ergebnis in diesem Jahr stehe noch nicht fest.

Der Peter-Ustinov-Schule ist es wichtig, dass ihre Schüler den VDK unterstützen: „Damit sie sich mit der Geschichte der beiden Weltkriege beschäftigen“, verdeutlicht Konrektorin Sandra Unger. Dieser Aspekt liegt auch Evelyn Kremer-Taudien am Herzen: „Wir möchten, dass junge Menschen Verantwortung für den gesellschaftlichen Frieden in ihrer persönlichen Umgebung, in Deutschland und in Europa übernehmen.“