Lemwerder - Es gibt Vorteile, wenn die Grundschulen Lemwerder Mitte und Deichshausen unter einer gemeinsamen Schulleitung organisatorisch zusammengeschlossen werden. Es gibt aber auch Bedenken – vorrangig von Eltern aus Deichshausen – gegen den Betrieb der kleineren Schule als Außenstelle. Beide Seiten wurden am Dienstagabend bei einer Informationsveranstaltung in der Begu Lemwerder deutlich.
Bürgermeisterin Regina Neuke führte zunächst Zahlen ins Feld – nämlich Schülerzahlen. Und sollten diese Hochrechnungen zutreffen, könnte es irgendwann zu einer Schließung der Schule in Deichshausen kommen. „Das ist ein Blick in die Glaskugel. Natürlich hängt das von den Geburtenzahlen ab“, erklärte die Bürgermeisterin. Schätzungen sehen im Moment so aus, dass die Talsohle in zehn Jahren erreicht sei. „Und es wird danach auch mit keinem starken Anstieg der Schülerzahlen gerechnet. Dann wird es in Deichshausen kritisch.“ Sind die Schülerzahlen nicht ausreichend, sei der Schulträger – also die Gemeinde – verpflichtet, Schulen zusammenzulegen oder zu schließen.
Würden beide Schulen künftig unter einer Leitung stehen und ein einheitliches pädagogisches Konzept verfolgen, könnte in den nächsten Jahren zusammenwachsen, was dann vielleicht zwangsweise zusammengeführt wird.
Sandra Asmus, Schulleiterin in Deichshausen und derzeit auch kommissarische Schulleiterin in Mitte, habe zunächst skeptisch auf den Zusammenschluss reagiert, aber: „Ich kann heute sagen, es überwiegen für mich die Vorteile, auch wenn ich auf der Seite der Eltern sitzen würde.“ Sandra Asmus erklärte aus ihrer fachlichen Sicht, warum sie das so sieht: Es gebe einen gemeinsamen Schulvorstand, einheitliche Grundlagen für Benotungen und Bewertungen, Lehrkräfte könnten optimaler verteilt, Feste und Veranstaltungen gemeinsam gestemmt werden. „Wir gehen diese Schritte schon jetzt“, so Asmus. Man könne sich auf das Wohl der Kinder konzentrieren und nicht auf das Thema Standortsicherung. Beide Schulsekretariate seien für die Eltern weiter immer erreichbar. Und im Optimalfall sitze an einem Standort der Schulleiter und am anderen der Konrektor.
Die anwesenden Vertreter der Lehrer beider Schulen signalisierten ihre Offenheit für die Planung und zeigten Optimismus, dass der Zusammenschluss gelingen könne.
Auf der anderen Seite äußerten zumindest einige Eltern ihre Bedenken darüber, dass Deichshausen nach einem Zusammenschluss stiefmütterlich behandelt und bei Investitionen abgehängt werden könnte – vor allem, wenn die Schließung des Standorts sowieso drohe. Diese Ängste konnten an dem Abend nicht entkräftet werden, das räumte auch die Bürgermeisterin ein. Am Budget für die Schulen ändere sich aber nichts, versprach Jutta Zander, die zuständige Fachbereichsleiterin.
