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Aktion Kosten übersteigen oft die Zuschüsse für Schulbedarf

Einswarden - Die Deutschen halten ihr Land nur bedingt für kinderfreundlich, dies hat eine Umfrage im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerkes anlässlich des Weltkindertags ergeben. 85 Prozent der Befragten finden es wichtig, dass sich die Politiker stärker gegen Kinderarmut einsetzen. Auch der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) Nordenham sieht hier Handlungsbedarf.

Mit seiner Aktion „Mogelpackung Bildungs- und Teilhabepaket – Halbvoll ist halbleer, wenn es um Bildung geht“ wollte der Kinderschutzbund auf die ungleichen Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen in Deutschland aufmerksam machen. Der Bildungserfolg hänge nach wie vor stark von der sozialen Herkunft ab. Förderinstrumente wie das Bildungs- und Teilhabepaket können die Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen, die in Armut aufwachsen, nicht ausgleichen, meint auch Irina Hoffmann, die seit zwei Jahren in der Lernförderung des DKSB Nordenham arbeitet.

„Wenn man sieht, was die Kinder heutzutage alles für die Schule brauchen, kommt man mit den zur Verfügung stehenden 100 Euro für den Schulbedarf schnell an seine Grenzen“, sagt sie. Spezielle Übungshefte, die Arbeitsmaterialien für den Kunstunterricht, der Taschenrechner, Sportschuhe und vieles mehr haben eben ihren Preis. Die Einrichtung in Einswarden verteilt deshalb einmal im Jahr so genannte Wissenspakete an die 18 Kinder ihrer Lernförderung. Die Mappen enthalten vor allem Stifte und andere Schreibutensilien. Doch diese Maßnahme sei nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wissen auch die Mitarbeiterinnen des DKSB.

Spaß und Informationen

Umso wichtiger war es ihnen, auf diesen einkommensbedingten Missstand auch beim diesjährigen Fest anlässlich des Weltkindertags hinzuweisen. Im Kinderhaus Einswarden hatten Besucher die Möglichkeit, sich ein konkretes Bild von der Situation einkommensschwacher Familien mit schulpflichtigen Kindern zu machen. In den Räumlichkeiten des Kinderhauses hatten die Mitarbeiterinnen Listen von Schulmaterialien, die für Bildung und Teilhabe in der Grundschule oder in den weiterführenden Schulen nötig sind, ausgelegt. „Man sieht deutlich, dass Maßnahmenpakete wie das Bildungs- und Teilhabepaket keine Bildungsgerechtigkeit herstellen“, befand auch die Leiterin der Lernförderung, Olga Harms. Sie und ihre Kolleginnen verdeutlichten den Gästen aber ebenso, dass die Schulranzen oft völlig falsch gepackt sind und viel Überflüssiges enthalten ist.

An den Kreativ- und Spielständen in und vor dem Kinderhaus gab es viele Mitmachaktionen. Mit dabei war wieder der Präventionsrat der Stadt Nordenham, der mit den Netzwerkpartnern aus dem Bereich der „Frühen Chancen“ dafür sorgte, dass neben Spielmöglichkeiten viele Informationen geboten wurden.

Ansprechpartner vor Ort

Die Ansprechpartner der Arbeiterwohlfahrt, des Landkreises Wesermarsch mit den Familienhebammen, dem Familien- und Kinderservicebüro, dem Krabbelgruppeninformationsteam, der Lernförderung des DKSB, der Interdisziplinären Frühförderstelle, des Mehrgenerationenhauses und des Spieleanhängers des Präventionsrates hatten ordentlich zu tun.

Bei vielen Mädchen und Jungen kamen besonders die kurzen Touren mit dem Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr und das Stockbrotrösten der Pfadfinder gut an. „Es ist toll, dass heute wieder so viele gekommen sind“, freute sich Tara Lachnitt, die seit August die Einrichtung in Einswarden leitet.

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