EINSWARDEN - Mit Skepsis sehen viele Lehrer einem neuen Erlass entgegen, der in Niedersachsen zu einer verstärkten Zusammenarbeit von Realschulen und Hauptschulen führen soll. Um diese Vorgaben, die sich noch im Entwurfsstadium befinden, ging es bei einem Besuch des Kultusstaatssekretärs Dr. Bernd Althusmann im Luisenhof-Schulzentrum. Der CDU-Politiker machte deutlich, dass die Landesregierung mit dem Erlass die Verzahnung von Allgemeinbildung und Berufsförderung vorantreiben will.

Unterstützung zugesagt

Der Staatssekretär bedachte die bisherige Arbeit der Haupt- und der Realschule am Luisenhof mit viel Lob. Die Kooperation zwischen den beiden Schulformen sei vorbildlich. Auch das Konzept, das die Rektoren Wolfgang Battenberg (Realschule) und Wilfried Batschat (Hauptschule) zur beruflichen Orientierung der Jugendlichen ausgearbeitet haben, verdiene große Anerkennung. Bernd Althusmann versprach, dass die Landesregierung das Einswarder Schulzentrum auf diesem Weg weiter unterstützen werde.

Die am Luisenhof vorgelebte Konzeption findet sich nach den Worten des Staatssekretärs „zu 70 Prozent“ in dem Erlass wieder, den das Minsterium im Februar nächsten Jahres vorlegen will. „Das ist klasse, was Sie hier machen“, sagte Bernd Althusmann. Damit spielte er auch auf die enge Kooperation mit der Wirtschaft und den Berufsbildenden Schulen an.

Wie die beiden Schulzweige die jungen Menschen an den Übergang in das Berufsleben heranführen, hatten Wolfgang Battenberg und Wilfried Batschat in einem umfassenden Vortrag aufgezeigt. „Wir sind für unsere Kinder da und für nichts anderes“, sagte Wilfried Batschat. „Die Kooperation, die wir hier pflegen, hat sich bewährt“, ergänzte sein Kollege Wolfgang Battenberg.

Die Schulleiter freuten sich über die Unterstützung, die ihnen der Staatssekretär zusicherte. Daduch wurde ihre Sorge entkräftet, dass die neuen Vorgaben aus Hannover die gewachsenen Strukturen am Luisenhof gefährden könnten.

Auch der CDU-Landtagsabgeordnete Björn Thümler bescheinigte dem Luisenhof-Schulzentrum eine Vorbildfunktion. Damit betreibe die Doppelschule auch eine Standortsicherung. In diesem Zusammenhang wies Björn Thümler darauf hin, dass die demografische Entwicklung bald zu einer Abschaffung der Schuleinzugsgrenzen führen werde.

Zum Fachgymnasium

Der Leiter der Berufsbildenden Schule (BBS) Wesermarsch, Arthur Post, regte für den Luisenhof die Einrichtung einer Förderklasse ein, in der Schüler gezielt auf den späteren Wechsel an das Fachgymnasium vorbereitet werden.