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Kindergarten Einswarden Gute Noten für die Sprachförderung

EINSWARDEN - Als in einem städtischen Kindergarten eine Krippe eingerichtet werden sollte, zögerte Kerstin Ulke nicht lange. Die Leiterin des Kindergartens Einswarden meldete sich und bekam den Zuschlag. Im Sommer 2008 wurden die ersten unter Dreijährigen aufgenommen. Seitdem sind die 12 bis 15 Plätze in der Krippe immer ausgebucht. Derzeit kommen 3 der 15 Krippenkinder aus Einswarden.

Kinder ab acht Wochen

Das jüngste Kind ist acht Monate alt. Die Richtlinien sind so gefasst, dass die Krippe sogar Kinder ab acht Wochen aufnehmen darf. Doch in aller Regel haben die Kleinen den ersten Geburtstag schon hinter sich, wenn sie in die Krippe kommen. Aufgenommen werden sie das ganze Jahr über, sobald ein Platz frei wird.

„Die großen Kinder sind stolz, dass sie die kleinen hier haben“, sagt Kerstin Ulke. Und sie selbst ist stolz darauf, wie ihre Mitarbeiterinnen den Anforderungen gerecht geworden sind: „Wir haben ein Konzept aufgestellt und mussten es nicht ändern. Es passte.“

Ein weiterer Schwerpunkt in Einswarden ist schon seit etwa fünf Jahren die Sprachförderung. Das liegt auch am hohen Anteil von Kindern aus Einwandererfamilien: Aktuell beträgt er etwa 70 Prozent. Die Familien stammen aus der Türkei, Albanien, dem ehemaligen Jugoslawien, Russland und Polen.

Für dieses und das nächste Kindergartenjahr hat die Stadt sogar eine Extra-Kraft genehmigt: 12,5 Stunden in der Woche fördert Viola Maake Kinder in fünfköpfigen Kleingruppen. Am Ende eines jeden Kindergartenjahres zeigt der Sprachtest Marburger Screening, welche Fortschritte die Kinder gemacht haben und wo noch Bedarf besteht. Danach werden Kinder, die etwa auf demselben Sprachstand sind, in Kleingruppen eingeteilt. Für jede Gruppe gibt es einen eigenen Plan. Sie erweitern ihren Wortschatz und singen viel; dazu begleitet sie Viola Maake auf der Gitarre.

Übrigens brauchen keineswegs nur Kinder aus Einwandererfamilien Sprachförderung. Und auch bei den Kindern, die nicht von Viola Maake betreut werden, achten die dafür speziell geschulten Erzieherinnen auf die Sprache. „Aus der Schule hören wir, dass die Sprachförderung sehr viel bringt“, sagt Kerstin Ulke.

Mit der Grundschule Einswarden hat der Kindergarten einen Kooperationsvertrag geschlossen. Mit Beginn des neuen Kindergartenjahres hat die Einrichtung an der Niedersachsenstraße auch als einzige in Nordenham eine Schulanfängergruppe. Deren 25 Mitglieder gehören zwar im Alltag den altersgemischten Gruppen an, klinken sich aber für die Schulvorbereitung aus. Dazu gehört auch eine eigene Sprachförderung. An vier Tagen in der Woche gehen die Kinder für jeweils 45 Minuten nach dem Kindergarten zur Sprachförderung in der Schule.

Im Januar sind die Fortschritte überprüft worden. Dabei mussten die Kinder der Hexe Mirula bei ihrem Weg in die Zauberschule helfen, der durch den Zauberwald führt. Unterwegs sind viele Aufgaben zu lösen, bei denen es um das Gleichgewicht, die Feinmotorik und um Silben und Laute geht. Lehrer und Erzieherinnen werten die Ergebnisse aus und informieren in der nächsten Woche die Eltern.

Elektrizität macht Spaß

Einen Tag in der Woche besuchen die Schulanfänger ihre zukünftige Schule. In einem Klassenraum nähern sie sich ihrem späteren Leben als Schüler an. Zu den Vorbereitungen gehört auch das Programm „Mathe-Kings“, das mathematische Grundbegriffe vermittelt, und Materialien zum Expertimentieren. So erforschen die Schulanfänger schon selbst Wasser und Luft und experimentieren mit Elektrizität. So bauen sie schon Schaltkreise und bringen Lampen zum Leuchten und Propeller zum Fliegen.

Und wenn die kleineren Kinder mitmachen wollen, sind sie herzlich willkommen – schließlich werden auch sie schnell größer.

Henning Bielefeld
Henning Bielefeld Redaktion Nordenham (Stv. Leitung), Redaktion Stadland
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