EINSWARDEN - Dennis Palmer und Ramon Schulz schwingen den Besen. Auf dem Hof der Verkehrsbetriebe Wesermarsch (VBW) in Atens schieben der 15- und der 14-jährige Realschüler der Schule Am Luisenhof mattbraunes Laub zusammen, das in riesigen Mengen von den Bäumen gefallen ist.
5000 Euro fehlen
Besser als Schule? Ramon Schulz wagt ein leises „Ja“. Schließlich muss er Montag wieder zum Unterricht in der Klasse 8R2 erscheinen. Denn der Ausflug in die Arbeitswelt dauert nur ein paar Stunden: Die Schule Am Luisenhof hat am Freitag ihren ersten Sozialen Tag veranstaltet.
Annähernd 540 Schüler sind ausgeschwärmt, teilen die beiden Organisatoren Hergen Drieling und Harry Duwe mit. Die meisten von ihnen arbeiten einen Vormittag lang bei den Eltern, den Großeltern, Verwandten und Nachbarn. Sie pflegen den Garten oder helfen beim Kochen. „Wir haben uns nicht so stark an die Betriebe gewandt, weil sie für unsere Schüler schon Besichtigungen, Praxistage, Expertentage und Praktika anbieten“, sagt Hergen Drieling. Die meisten Schüler, nämlich vier, hat das Seniorenzentrum Blexen aufgenommen.
Jeder Schüler sollte beim sozialen Tag etwa zehn Euro verdienen, ergänzt Harry Duwe. Dadurch könnten etwa 5000 Euro zusammenkommen. So viel Geld fehlt noch für die Neugestaltung der Wiese neben der Sporthalle, nachdem der Schulträger Landkreis 25 000 Euro gegeben hat. Die Wiese ist erneut dräniert worden, zudem wurden eine Seilbahn und eine Kletterpyramide aufgestellt.
Die Seilbahn wird erst im Frühjahr eröffnet, weil darunter Rasen neu angesät worden ist. Und die Kletterpyramide ist mit 6,50 Metern so hoch, dass sie auch für ältere Schüler attraktiv ist. Den Aufwand kann sich die Schule nur wegen des sozialen Tages leisten, an dem auch einige Lehrer mitgearbeitet haben – meistens bei Nachbarn.
Lehrer spenden
Zudem haben die Lehrer auch selbst Geld zusammengelegt: Fast 900 Euro sind dabei herausgekommen. Das erhöht nochmals die Wahrscheinlichkeit, dass die benötigte Summe zusammenkommt.
Harry Duwe sieht auch einen Lerneffekt: „Die Schüler tun selbst etwas für andere, weil sie davon profitieren, dass andere etwas für sie getan haben.“ Hergen Drieling ergänzt: „Die Schüler können in der Praxis zeigen, dass sie den Gedanken der Solidarität verstanden haben.“
Übrigens gibt es auch bei Dennis Palmer und Ramon Schulz einen familiären Zusammenhang: Ihre Lehrerin Julia de Reese hat sie zu den VBW vermittelt. Dort ist ihr Vater Heinz-Dieter de Groot Betriebsleiter Busse.
