EINSWARDEN - Zunächst gehen viele Schüler auf Distanz oder machen sogar Witze, wenn das Thema Sexuelle Gewalt zur Sprache kommt. „Da gibt es schon Berührungsängste“, weiß Vera Mattschenz. Aber in ihren Kursen gelingt es der Diplom-Psychologin, die Jugendlichen zu einer ernsthaften Mitarbeit zu bewegen. In einem Präventionsprojekt hat Vera Mattschenz, die bei der Beratungsstelle der Arbeiterwohlfahrt für Kinder, Jugendliche und Eltern tätig ist, jetzt 80 Achtklässer der Luisenhof-Schule an das Thema herangeführt.

In jeweils drei Unterrichtsstunden erläuterte Vera Mattschenz den vier Klassen, wo sexuelle Gewalt anfängt, welchen Schutz es dagegen gibt und an wen sich Betroffene wenden können. Erstes Ziel der AWo-Beraterin war es, die „Schüler zu sensibilisieren“. Neben der Vermittlung von Informationen standen Gruppenarbeit und die Vorführung des Videofilms „Glaub mir“ auf dem Programm. Der Film schildert, wie sich Betroffene um Hilfe bemühen, aber zunächst nicht ernst genommen werden. Darauf reagierten viele der 13 bis 16 Jahre alten Schüler mit Betroffenheit.

An dem Präventionsprojekt war auch die Sozialpädagogin der Luisenhofschule, Silvia Bork, beteiligt. Sie betotont, dass derartige Aufklärungsangebote für Jugendliche äußerst wichtig seien. „Der Bedarf ist groß“, sagt Silvia Bork und verweist auf die Erfahrungen mit ähnlichen Projekten in den vergangenen Jahren.

Diesmal bildeten Tipps für das Verhalten im Internet und am Handy einen zusätzlichen Schwerpunkt. Denn die modernen Kommunikationsmittel haben sich zu einem Tummelplatz für sexuelle Gewalttäter entwickelt. Als wichtigste Sicherheitsregel bekamen die Schüler aufgezeigt, dass sie in Chatrooms niemals persönliche Angaben wie Name, Adresse und Telefonnumer preisgeben sollten. Auch vor dem Versenden von Fotos wurden sie gewarnt.

„Neben der Vergewaltigung gibt es noch viele andere Formen der sexuellen Gewalt“, sagt Vera Mattschenz. Sie ermuntert Hilfesuchende, sich an Vertrauenspersonen oder Beratungsstellen zu wenden. „Suche dir Hilfe“, ist ihr Leitspruch, „so lange, bis du genügend Hilfe bekommst.“