EINSWARDEN - Das Modell des einsitzigen Motorflugzeugs ist aus hochwertigem Aluminium gefertigt. Der Propeller rotiert um seine eigene Achse, wenn er angestupst wird. Silbern blitzen Rumpf und Flügel im Kunstlicht. Gleich acht dieser kunstvollen Flieger haben Neuntklässler der Hauptschule Am Luisenhof hergestellt – jedoch nicht im Unterricht.
Dritte Auflage
Alle Beteiligten waren sich einig: Die Zusammenarbeit hat wieder hervorragend geklappt bei der dritten Auflage des Kooperationsprojekts zwischen der Hauptschule Am Luisenhof und dem Nordenhamer Werk Premium Aerotec. Schüler und Lehrer sowie Mitarbeiter des Flugzeugwerks zogen am Dienstag ein positives Fazit der Zusammenarbeit.
Elf Neuntklässler waren ab Oktober immer montagnachmittags nach dem Unterricht in der Lehrwerkstatt des Flugzeugkonzerns mit den Anforderungen, die auf sie als Lehrlinge zukommen könnten, vertraut gemacht worden. Acht von ihnen hielten durch. Es sei wichtig, den jungen Menschen Perspektiven aufzuzeigen und ihnen auch einmal zu sagen, dass sie etwas gut gemacht haben, sagt der Ausbildungsleiter Olaf Heinrichs. Die Idee des Fachkonferenzleiters Uwe Mehrle, den Hauptschülern berufliche Anforderungen praxisnah näher zu bringen, habe das Unternehmen gern aufgegriffen. Und es hat sich laut Olaf Heinrichs gezeigt, dass Hauptschüler sehr wohl mithalten können. Zwei ehemalige Schüler, die am Pilotprojekt teilgenommen hatten, werden mittlerweile bei Premium Aerotec ausgebildet und betreuten die Hauptschüler mit. „Unsere Kooperation wird fortgesetzt”, versprach dann auch die Ausbilderin Katja Otten, die sich bei den Schülern und ihren vier Auszubildenden bedankte. „Es hat Spaß gemacht. Toll,
dass ihr so gut mitgemacht habt“, sagte sie.
Die Zusammenarbeit trägt Früchte. So wissen die Schüler, dass seitens des Ausbildungsbetriebs auf Arbeits- und Sozialverhalten wert gelegt wird. Auf die Noten in den Fächern Mathematik, Physik und Englisch kommt es bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz ebenfalls an. „Wir schauen auch auf Fleißfächer wie Geschichte“, betont Katja Otten.
Das Projekt zeigt nach den Worten von Schulleiter Wilfried Batschat, dass Hauptschüler in der Lage sind, eine Ausbildung in einem Industriebetrieb zu bestehen. Es sei wichtig, die Schüler zu fördern und sie auf das Berufsleben vorzubereiten.
Zertifikat übers Praktikum
Den Hauptschülern jedenfalls hat die Arbeit viel Spaß gemacht. Alle acht bekundeten ihr Interesse an einem Ausbildungsplatz im Flugzeugwerk. Mit ihrem Abschlusszeugnis in der Tasche und einem Zertifikat über das Praktikum können sie sich bewerben.
Acht Schüler halten durch
