Friesoythe/Esterwegen - Ein hochgewachsenes Maisfeld und eine Gedenktafel, die man leicht übersieht: Das ist so ziemlich alles, was beim einstigen ersten Konzentrationslager im Emsland zu sehen ist. Nach der Behandlung des Themas „Moorsoldaten“ im Geschichtsunterricht wollten die Schüler der Klasse 9a der Friesoyther Realschule trotzdem den Ort besuchen, an dem 1933 das berühmte Lied von den Moorsoldaten entstanden ist.

Nach einer anschließenden Besichtigung des Friedhofes der Gefangenen informierten sich die Schüler mit ihrem Geschichtslehrer Michael Podkrajac in der Gedenkstätte Esterwegen über Einzelheiten aus der Lagergeschichte.

Kurt Buck, langjähriger Leiter des früheren Dokumentationszentrums (DIZ), stand der Gruppe persönlich zur Verfügung. Buck hat sich die Erinnerung an die Moorsoldaten und die Betreuung der Überlebenden der Lager zur Lebensaufgabe gemacht.

Die Schüler waren überrascht, dass heute noch über 90-Jährige regelmäßig die Stätten ihrer Gefangenschaft und Demütigung aufsuchen.

In einem Informationsgespräch konnten die Schüler, teilweise auch mit einem gewissen Stolz, ihre Vorkenntnisse einbringen. In der großen Ausstellung erforschten sie in Partnerarbeit mit Arbeitsblättern die Geschichte der Lager, die Entstehung des Moorsoldatenliedes, das zuletzt von den „Toten Hosen“ interpretiert wurde, sowie das Schicksal des Friedensnobelpreisträgers Carl von Ossietzky und anderer Lagerinsassen.

Beim Rundgang auf dem Lagergelände hätten sich die Schüler schon einige „Originalteile“ gewünscht, aber aus der Vorbereitung in der Schule war ihnen klar, dass sie eine eher künstlerische Darstellung wichtiger Lagerelemente erwartete. Einige hätten gerne mehr Zeit für eine eingehendere Erkundung gehabt.

Klar geworden ist den Schülern, dass das einstige Lager nur 15 Busminuten von ihrer Schule, also praktisch vor der Haustür lag.