ELSFLETH - Am Fachbereich Seefahrt ist es Tradition, dass der Elsflether Visurgen-Shantychor die Diplomverleihungsfeier auf dem Campus musikalisch-maritim eröffnet. Am Freitag gab es eine außerplanmäßige Erweiterung des Repertoires: seinen dritten Shanty widmete der Chor Dekan Prof Dr. Klaus-Jürgen Windeck, der seinen Geburtstag feierte. Windeck hielt sich zurück, dankte und stellte die Absolventen in den Mittelpunkt: „Das ist Ihr Tag, das ist Ihre Feier!“
60 Absolventen haben zum Ende des Sommersemesters 2012 ihr Studienziel erreicht. Die Festredner gratulierten 30 Nautikern, 13 Absolventen des Studienganges Internationales Transportmanagement, 14 Absolventen des Studienganges Seeverkehrs- und Hafenwirtschaft, sowie drei Absolventen des Masterstudienganges. An der Verleihung nahmen lediglich 38 Absolventen teil, da einige bereits ihren Abschluss früher im Semester machen konnten, weitere Absolventen werden bis zum Ende des Semesters noch hinzukommen.
In die Riege der Gratulanten reihten sich neben dem Dekan der Vizepräsident der Jade-Hochschule, Prof. Dr. Ralf Wandelt, Elsfleths Bürgermeisterin Traute von der Kammer, Landrat Michael Höbrink und als Vertreter des Vereins Freunde der Seefahrtschule, Kapitän Johannes Reifig, ein. Ralf Wandelt umriss die Kriterien der heutigen Bildung und Ausbildung. „Sie werden heute die Hochschule gebildeter verlassen, als Sie sie einige Jahre zuvor betreten haben – das konnten auch wir Lehrenden nicht verhindern“, scherzte Wandelt in seinem Schlusswort.
Dass die deutsche Seeschifffahrt zurzeit nicht auf Rosen gebettet ist, verhehlte keiner der Festredner. Mit Blick auf das maritime Bündnis der Bundesrepublik machte Bürgermeisterin Traute von der Kammer den jungen Nautikern Mut: „Treten Sie selbstbewusst auf, dann wird man anerkennen, was Sie geleistet haben.“ Hart ins Gericht mit der Selbstbedienungsmentalität und Praktiken industrieller Führungskräfte ging Landrat Michael Höbrink. Er bezeichnete die „Rücksichtslosigkeit der Marktmaschinerie“ als Eliteversagen. An die Adresse der Studenten: „Zur Elite gehören Menschen, die Vertrauen in die Demokratie schaffen.“
Die „Besonderheiten des kleinen Studienortes Elsfleth“ rekapitulierten die Absolventen Christian Meyer (Nautik) und Katharina Hornig (SHW) in einem humorvollen Rückblick auf die Studienzeit.
Das Schlusswort hatte traditionell der Dekan. Die Herausforderungen des Studienpaktes habe der Fachbereich weitgehend bewältigen können, so Windeck, es sei gelungen die Studienplätze im Bereich Nautik um 27 Prozent, SHW um 64 Prozent, ITM um 40 Prozent hochzufahren. Mahnende Worte richtete er an die deutschen Reeder: „Sie müssen dafür sorgen, dass es den Nautik-Bewerbern auch gelingt, Praxisverträge abzuschließen, um sich überhaupt immatrikulieren zu können.“ Für heitere Noten am Klavier sorgte der Student Sebastian Westerfeld.
Die Bewerbungen im Wintersemester: ITM 85 Bewerber auf 25 Studienplätze, SHW 84 Bewerber auf 31 Studienplätze, Nautik 91 Bewerber auf 39 Studienplätze, Master 39 Bewerber auf 10 Studienplätze.
