ELSFLETH - Es ist Punkt 18 Uhr, in Elsfleth pfeift ein eiskalter Ostwind, aber: die Frisur sitzt, die jungen Frauen fühlen sich in ihren Abendroben sichtlich wohl, die Krawatten der jungen Männer sind perfekt geknotet – einem Gala-Abend mit viergängigem Dinner als Abschluss des Gesellschaftskurses steht im Hotel-Restaurant „Zur Kogge“ nichts entgegen. Oder doch? Auf der festlich eingedeckten Tafel blinken eine Vielzahl von Gläsern, Tellern und Bestecken im Kerzenschein. Wie arbeitet man sich in der korrekten Reihenfolge durch diese Vielzahl von Messern, Löffeln und Gabeln?

Für die jungen Frauen und Männer, allesamt Studierende des Fachbereichs Seefahrt, ist das kein Problem. Die Gruppe hat in einem mehrwöchigen Kurs seit Anfang November unter der Anleitung ihrer Gesellschaftslehrerin Heidi Beuss gelernt, alle möglichen Fettnäpfchen elegant zu umschiffen. Sie sind zur Erkenntnis gelangt, dass gute Manieren keine „alten Zöpfe“ sind, sie beherrschen die wichtigsten Regeln im respektvollen Umgang miteinander und sie werden es in ihrer beruflichen Zukunft, nicht schwer haben, Sympathiepunkte zu sammeln.

„Die wichtigsten Grundlagen guten Benehmens haben wir sicher im Elternhaus mitbekommen“, betonen die Studierenden – „dieser Kurs war für uns der Feinschliff mit einigen Regeln, die nicht jedem geläufig waren.“

Zwischen „tomatisiertem Fischsüppchen“ und „Zanderfilet auf Pilzrisotto“ beglückwünscht Kapitän Horst Werner Janssen – er ist seit vielen Jahren Sponsor des Gesellschaftsunterrichts – die Kursteilnehmer: „Fleiß, Strebsamkeit, gute Manieren – das sind Dinge, die es im Leben kostenlos gibt. Was ihr jetzt gelernt habt, könnt ihr auch an andere weitergeben.“ Vor dem „rosa gebratenen Filet auf Rotweinjus mit Rahmgemüse und kanarischen Kartoffeln“ noch ein Rat Janssens an die Studierenden: „Es kann für euch als Jüngere nie schaden, die Elsflether Mitbürger mal zu grüßen, das geht auch mit einem freundlichen ‘Moin‘".

Im Laufe des festlichen Abends löst sich die anfängliche Spannung, lockerer Small-Talk herrscht an der Tafel, und SHW-Student John Petersen nutzt die Pause vor dem Dessert, um Heidi Beuss den Dank der Kursteilnehmer auszusprechen: „Wir haben gelernt, das respektvolles Miteinander nichts mit steifen Umgangsformen und Spießertum zu tun hat.“ Ihr habe der Kurs ebenfalls viel Spaß gemacht, gibt Heidi Beuss den Dank zurück: „Ihr wart eine gelehrige Gruppe, so wie man sie sich wünscht – vor allem unwahrscheinlich pünktlich.“