ELSFLETH - Neubau einer Grundschule im Stadtwesten oder Sanierung und eventuelle Zusammenlegung der bisherigen Grundschulen Alte Straße und Lienen: „Das verfolge ich sehr genau.“ Waltraud Geffroy, Mutter der achtjährigen Laura (2. Klasse), macht sich so ihre eigenen Gedanken über die Schulpolitik in Elsfleth. Seit Jahren wird hin und her disktutiert – passiert ist indes noch nichts, während gleichzeitig der Sanierungsstau an den bisherigen Schulstandorten immer größer wird. Ein Armutszeugnis der Politik, findet die 34-Jährige.

Die NWZ hat Waltraud Geffroy eingeladen – zu einem Gespräch mit Joachim Wiesensee. Der CDU-Fraktionsvorsitzende ist entschiedener Verfechter eines Neubaus, hält diesen für pädagogisch sinnvoller und auf lange Zeit gerechnet sogar billiger als sanierte Altbauten.

„Die Eltern sind alle am Schimpfen“, sagt Waltraud Geffroy. Sie denkt dabei an andere Familien schulpflichtiger Kinder aus dem Pereich Peterstraße und Lienen. Anders als die Familien aus den Wohnbaugebieten westlich der B 212 (NWZ -Umfrage vom Sonnabend) verbinden sie mit einem Neubau unweit der Stadthalle lange und gefährliche Schulwege für ihre Kinder. Und was ihr, wie vielen anderen, auch nicht klar ist: Sollte es zu einem Neubau (geschätzte Kosten einschließlich Sportanlagen circa sechs Mio. Euro) kommen, was wird aus den Altbauten. „Darüber muss man sich doch vorher Gedanken machen!“ betont sie. „Liener Kinder werden aller Voraussicht nach mit dem Bus befördert“, entgegnet Joachim Wiesensee zum ersten Punkt. In Bezug auf eine Nachnutzung der Schulgebäude ist er optimistisch. Und verweist auf den langen Zeitraum, der noch vergehen würde, bis es soweit ist. „Wenn alles gut geht, könnte man Ende 2009 zu bauen anfangen. Die Bauzeit dürfte anderthalb Jahre betragen. Auf jeden

Fall sollte man alles unternehmen, um einer weiteren Verödung der Innenstadt vorzubeugen.“

Thema TuS-Kunstrasenplatz: Nachdem die Mehrheitsgruppe dafür gesorgt hatte, dass der Fußballverein wieder eine bespielbare Sportstätte hat, hätte die CDU-Fraktion beinahe das Thema Grundschulneubau abgeschrieben. Inzwischen hat man wieder eine Linie gefunden: Neubau einer Schule plus Turnhalle plus Naturrasenplatz. Für Waltraud Geffroy war die Erneuerung des TuS-Platzes keine Frage: „Das musste sein“, sagt die Frau, die gemeinsam mit ihrem Mann dem Verein angehört.

Einig ist sich die Mutter von Laura, dass eine Ganztagsbetreuung der Schulkinder auch in sanierten Altbauten wohl kaum möglich sein dürfte.