Nordenham - Wenn die vom Arbeitskreis vorgeschlagene Zweizügigkeit aller Grundschulen in Nordenham durch Zusammenlegung von Schulen umgesetzt wird, hätte das weniger kleine Klassen als bisher zur Folge. Zudem sind einzügige Grundschulen personell verhältnismäßig günstiger ausgestattet. Allerdings müssten Kombiklassen eingerichtet werden, sobald die Zahl der Schüler in einer Klasse unter 12 sinkt.
Das sind einige der vielfältigen Argumente, die während einer nichtöffentlichen Diskussions im Rathaus von Schulleitern, Elternvertretern und Arbeitskreis-Mitgliedern vorgebracht worden sind. Auch darüber hat die Stadt Donnerstagabend in der Jahnhalle informiert.
Weitere Standpunkte: Trotz drastisch sinkender Schülerzahlen dürfe die Qualität und Funktionsfähigkeit der Schulen nicht beeinträchtigt werden. Bereits heute gebe es räumliche Leerstände in Schulen und diese würden weiter stark zunehmen.
Schule vor Ort gefragt
Eine Grundschule, die nur aus Kombiklassen besteht, sei auf Dauer schwer zu erhalten, hieß es. Die Schule im Stadtteil sei für junge Eltern bei der Suche nach einer Immobile ein wesentliches Entscheidungskriterium.
Sozial-emotionale Förderbedarfe nehmen nach Ansicht von Diskussionsteilnehmern zu. Dafür seien kleinere Klassen deutlich besser geeignet.
Hingewiesen wurde auch darauf, dass bei Zusammenlegungen von Schulen zusätzliche Kosten der Schülerbeförderung entstehen würden.
Die Stelle des Sozialpädagogen in der Einswarder Schule werde in Gefahr geraten, wenn die Schülerzahl dauerhaft unter 80 sinkt.
Hinsichtlich der Besoldung von Schulleitern seien Schulen mit weniger als 80 Kindern für Bewerber unattraktiv, so dass es schwer werde, Nachfolger zu finden.
Während der öffentlichen Diskussion in der Jahnhalle wies der Einswarder Albrecht Riecke darauf hin, dass die Einswarder Schule für eine halbe Million Euro saniert worden sei. Für energetische Sanierungen habe die Stadt Fördergelder bekommen. Möglicherweise würden diese Zuschüsse im Falle einer Schulschließung von der Stadt zurückgefordert.
Dazu Bürgermeister Hans Francksen: „Auch das müssen wir mit abwägen. Wir können es uns nicht leisten, wegen der Förderbeträge Strafgelder zahlen zu müssen.“
Schulgottesdienste
Die Leiterin der katholischen St.-Willehad-Grundschule, Elisabeth Tappe, sprach sich gegen eine Verlegung dieser Konfessionsschule in leer stehende Räume der Südschule aus. Für die Willehadschule sei die räumliche Nähe zur katholischen Kirche, zur katholischen Kindertagesstätte und auch zum Mehrgenerationenhaus ganz wichtig – auch wegen der Schulgottesdienste.
