Nordenham - „Wir werden zur IGS!“ – Als sei dies schon beschlossene Sache, ist das auf druckfrischen Plakaten und Flyern der Oberschule 1 Nordenham zu lesen. „Ja, das ist kämpferisch und frech“, bestätigen Schulleiterin Heidrun Beck und didaktische Leiterin Tanja Buse lächelnd. „Aber es ist unser Wunsch, dass unsere Schule eine Integrierte Gesamtschule wird. Und wir sind optimistisch, dass sich eine ausreichende Anzahl von Eltern dafür entscheiden wird.“
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Was ist Voraussetzung |
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Nach den schulrechtlichen Vorschriften des Landes darf die Landesschulbehörde erst dann eine Gesamtschule genehmigen, wenn mit mindestens 96 Schülern pro Jahrgang zu rechnen ist – und dies für einen Zeitraum von zehn Jahren. Ob diese Zahl erreicht wird, muss nach den gesetzlichen Vorgaben des Landes eine Elternbefragung klären. Sie soll in der zweiten Augusthälfte stattfinden.
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Wie sind die Chancen |
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Heidrun Beck und Tanja Buse sind sehr optimistisch, dass die Befragung positiv für eine IGS ausfallen wird. Denn schon heute zählt die Oberschule 1 an der Pestalozzistraße in Nordenham in ihren Jahrgängen 5 bis 10 insgesamt 610 Schüler. Vier Jahrgänge sind vierzügig, zwei fünfzügig. Für eine IGS ist Vierzügigkeit in allen Jahrgängen gefordert.
Die Schulleiterinnen weisen darauf hin, dass bisher fast ausschließlich Schüler aus Nordenham die Oberschule 1 besuchen. Nach Umwandlung in eine IGS können Schüler aus Butjadingen und Stadland hinzu kommen.
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Wie ist das Konzept |
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Die Schülerzahl ist laut Schulleitung seit Umwandlung der Realschule 1 in die Oberschule 1 vor fünf Jahren stetig gestiegen. Seit fünf Jahren arbeitet die Schule erfolgreich als jahrgangsbezogene Oberschule. Das heißt: Kinder mit unterschiedlichen Leistungsniveaus lernen gemeinsam in einer Klasse.
Von dieser Leistungsvielfalt sollen die Kinder profitieren. Denn so rückt neben Wissensvermittlung der Erwerb sozialer Schlüsselfunktionen wie Selbstständigkeit und Teamfähigkeit in den Mittelpunkt.
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Was kommt hinzu |
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Besonders wichtig ist zudem, Übergänge von der Grundschule intensiv zu begleiten. „Wir legen auch Wert auf eine umfassende Berufsorientierung, abgestimmt auf den angestrebten Schulabschluss“, unterstreichen Heidrun Beck und Tanja Buse.
Dieses integrative Konzept soll mit der Umwandlung in eine IGS weiterentwickelt werden. Wie bereits die Oberschule, so wird auch die IGS als teilgebundene Ganztagsschule an zwei Tagen geführt.
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Ist Abitur möglich |
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In der IGS werden die Bildungsgänge der Hauptschule, der Realschule und des Gymnasiums vereint unter einem Dach angeboten. Die IGS wird aber nicht die Klassen 11 bis 13 anbieten, die zum Abitur führen. Wer Abitur machen möchte, muss nach der 10. Klasse zum Gymnasium wechseln.
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Wie wird differenziert |
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Zu Beginn der 6. Klasse wählen die Kinder im Wahlpflichtbereich einen ersten Fächer-Schwerpunkt. Ab dem 7. Schuljahr werden sie in Englisch und Mathematik und ab dem 8. Schuljahr im Fach Deutsch in leistungsdifferenzierten Kursen auf zwei unterschiedlichen Niveaus unterrichtet. Ab Klasse 9 wird in den Fächern Deutsch, Englisch, Mathematik und Naturwissenschaften auf drei Leistungsebenen unterrichtet.
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Wie wird gefördert |
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Die IGS soll Kinder besser fördern und fordern. So soll Schule Kindern besser gerecht werden, die in bestimmten Fächern besonders stark, in anderen eher schwach sind.
Hinzu kommt: „Wenn es bei familiären Problemen, Pubertät oder aus anderen Gründen zu starken Leistungseinbrüchen kommt, müssen Schüler nicht die Schule wechseln. Sie können in ihren Klassen bleiben. Sie wechseln nur in einen leichteren Fachleistungskurs“, erläutert Tanja Buse.
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Gibt es Sitzenbleiben |
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Sitzenbleiben gibt es an der IGS nicht. Möglich ist aber ein freiwilliges Wiederholen einer Klasse. Schüler können jedoch in ein anderes Kursniveau umgestuft werden.
