Schierbrok/Rethorn - „Völlige Fassungslosigkeit.“ – Mit diesen Worten beschrieb Silke Watzke am Freitag die Befindlichkeit vieler Eltern aus Schierbrok und Stenum. Was die Mütter und Väter schockte: Im Ganderkeseer Rat gibt es Gedankenspiele, auf dem Gelände der Grundschule Schierbrok einen Neubau für Krippenplätze zu erstellen – zu Lasten des dortigen Spielgeländes. Doch das werde man nicht hinnehmen, sagte Silke Watzke. „Da formiert sich eine Welle der Empörung.“ Notfalls „stehen wir vorm Rathaus!“
Zum Hintergrund: Wegen der hohen Kosten für einen Umbau von Räumen im Ex-Jugendzentrum Treff (Rethorn) zur Krippe war von der Politik ein Neubau ins Spiel gebracht worden. Wie verlautet, gibt es für diese Lösung aktuell eine politische Mehrheit. Ein favorisierter Standort: das Gelände der Schierbroker Grundschule, wo man einen Anbau an den dortigen Kindergarten erstellen könne. Parallel wird erwogen, hier auch die Rethorner Kindergartengruppe mit unterzubringen.
Sowohl in Schierbrok/Stenum als auch in Rethorn stoßen diese Ideen auf massiven Eltern-Protest.
Zunächst zu Schierbrok/Stenum. Was da mit dem Spielplatz auf dem Spiel stehe, sei „das Herzstück unserer Schule“, so beschrieb es Rektorin Karin Rohde. 1998 habe man mit großem Elterneinsatz begonnen, das Gelände in einen kindgerechten Naturerfahrungsraum zu verwandeln. Vielfach sei die Schule mit diesem Gelände als Umweltschule ausgezeichnet worden, auch international sei das Areal stark beachtet worden.
2009 bis 2011 folgte das I-Tüpfelchen. An mehreren Aktionstagen wurde das Areal durch Eltern, Lehrer und Kinder perfektioniert, zum Beispiel mit Amphitheater, Wasserspielen oder Bereichen zum Bauen mit Naturmaterialien. 70 000 Euro seien da investiert worden, davon allein 20 000 durch Eigenleistung.
Heute werde das Gelände auch vom Hort und von vielen Familien mit Kindern genutzt, ergänzte Elternratsvorsitzende Doris Frederichs. Sie befürchtet auch einen Folgeeffekt: Wenn das Spielgelände wegen des Neubaus quasi „verlegt“ wird, werde das wohl zu Lasten des angrenzenden Fußballplatzes gehen.
Ihr „Nein“ zu den Ideen wollen die Eltern durch eine Unterschriftensammlung untermauern – ganz so, wie es ein paar Kilometer weiter die Mütter und Väter der Steppkes aus dem Kindergarten Rethorn vorhaben. Dort ist auch der Ortsverein bestrebt, den Kindergarten am Ort zu halten und im Treff Raum für die Krippe zu schaffen, Die stellvertretende Vorsitzende Marion Daniel kündigte in dieser Sache ein Schreiben an Bürgermeisterin Alice Gerken- Klaas an.
