Schwei/Rodenkirchen - Rund zwei Dutzend Eltern aus Schwei haben am Donnerstagmorgen vor dem Rathaus in Rodenkirchen demonstriert. Sie forderten, dass der Hort nicht vom Kindergarten in die Schule verlegt wird. Dazu überreichten sie 142 Unterschriften an Bürgermeister Boris Schierhold.
Am Freitag hatte die vierfache Mutter Tanja Schlüter erfahren, dass der seit Monaten geplante Umzug (die NWZ berichtete) vom 1. Februar 2015 auf den Tag nach dem Ende der Herbstferien vorgezogen werden soll. Die Eltern lehnen den Umzug aus zwei Gründen ab: Erstens sehen sie darin eine Beeinträchtigung der Schule und damit der Attraktivität von Schwei als Zuzugsort, und zweitens könne ein Klassenraum nicht das heimelige Ambiente bieten, das die Hortkinder brauchten. Zudem bemängeln sie, dass die Gemeinde sie nicht von sich aus einbezogen habe.
Die Eltern wollen erreichen, dass die Gemeinde den Umzug absagt und einen neuen Plan vorlegt. Eine Alternative könnte nach Auffassung von Tanja Schlüter sein, dass die Gemeinde die alte Turnhalle, die dem Kindergarten Lüttje Lüü als Bewegungsraum dient, weitgehend abträgt, ein Satteldach aufsetzt und hier den Bewegungsraum samt Hort und neuen Toiletten schafft. Bisher müssen sich die Mitarbeiter des Kindergartens, darunter zwei Männer, eine Toilette teilen, auf der auch Krippenkinder gewickelt werden.
37 000 Euro pro Jahr
Während der Bauzeit könnte ein Container aufgestellt werden. Das hatten Bauausschuss und Verwaltungsausschuss aber jeweils einstimmig abgelehnt, weil ein Container pro Jahr 37 000 Euro Miete kostet.
Generell bemängelten die Eltern, dass die Gemeinde Schwei benachteilige. 2008 hätten Politiker aller Fraktionen Konzepte für alle drei Schulen versprochen, aber saniert worden sei nur Rodenkirchen. Die vier vier Klassenräume in der Schule würden aber gebraucht, weil in der Eingangsstufe zwei Fächer getrennt unterrichtet werden und die Kinderzahlen nächstes Jahr möglicherweise wieder für eine erste Klasse reichen.
Bürgermeister Boris Schierhold nahm die Unterschriften in Empfang. Er bestritt, dass Schwei benachteiligt werde. Er erinnerte daran, dass das Kultusministerium die Gemeinde aufgefordert habe, bis zum 1. Februar 2015 eigenständige Horträume zur Verfügung zu stellen. Anders als eine altersgemischte Nachmittagsgruppe müsse eine Hortgruppe – sie besteht überwiegend aus Schulkindern – vom Kindergarten-Betrieb getrennt werden. Weil das in der Kita nicht möglich sei, müsse auf die Schule ausgewichen werden.
Politik berät wieder
Der Bürgermeister sagte zu, die Petition der Eltern in den am Nachmittag tagenden Verwaltungsausschuss und in den Bau- oder Jugendausschuss zu geben.
Drei Bürgermeister-Kandidaten waren ebenfalls anwesend: die Parteilose Andrea Arens begleitete die Demonstration, Klaus Rübesamen (SPD) sprach den Eltern Mut zu, und Christian Säfken (CDU) informierte sich über ihr Anliegen.
