Cloppenburg - Da sich der geplante Neubau der Kindertagesstätte St. Andreas am Fröbelweg offenbar immer weiter verzögert, ist den Eltern jetzt endgültig der Geduldsfaden gerissen. In einer eilig anberaumten Krisensitzung beschloss der Elternrat am Dienstagabend ein Bündel an Maßnahmen, um die Bevölkerung noch vor der Landrats- und Bürgermeisterwahl am kommenden Sonntag, 25. Mai, auf die missliche Situation aufmerksam zu machen.
Die Kinder säßen – so Elternratsvorsitzende Anne Linschmann am Dienstagmittag – quasi auf gepackten Koffern, weil es bislang geheißen habe, dass der Umzug ins Pfarrheim schnell über die Bühne gehen könne. Deshalb sei auch nicht mehr – wie in den Jahren zuvor – in einer Frühjahrsaktion der Eltern die Außenanlage hergerichtet worden. Das teilweise undichte Dach habe nach den starken Regenfällen Anfang vergangener Woche wieder Wasser ins Gebäude gelassen. An zwei Stellen hätten Eimer gestanden. Zudem klemme die Eingangstür.
Obwohl seit Freitag eine Baugenehmigung – so Linschmann weiter – für den Umbau des Ausweichquartiers Pfarrheim vorliege, passiere trotzdem nichts. Es sei nämlich noch völlig ungeklärt, wer sich in welcher Höhe an den gestiegenen Baukosten des neuen Kindergartens beteiligen werde. Wie berichtet, steht bei dem mit rund 2,078 Mio. Euro veranschlagten Neubau zurzeit ein Defizit von rund 150 000 Euro im Raum, obwohl die Kita nur nach Mindeststandards gebaut werde. Entsprechende Kostenberechnungen des verantwortlichen Architekten Werner Pölking – so Linschmann – seien von dessen nun hinzugezogenen Branchen-Kollegen Wolfgang Behrends (Dötlingen) bestätigt worden.
Wie berichtet, sollen sich – nach Angaben aus Elternkreisen – Offizialat, Stadt, Landkreis und Kirchengemeinde zu einem Krisen-Gespräch am 3. Juni verabredet haben. Inzwischen habe der Landkreis seine Teilnahme abgesagt, sagte Elternvertreterin Linschmann. Und nur die Kreisverwaltung könne ihres Wissens nach den so genannten Baukostenindex an die gestiegenen Preise anpassen.
„Der Landkreis ist in den Neubau des St.-Andreas-Kindergartens überhaupt nicht involviert“, sagte der Pressesprecher der Kreisverwaltung, Frank Beumker, am Dienstag. Bei der Einrichtung der Krippe vor einigen Jahren habe der Kreis bereits seinen Zuschuss geleistet. Da bei dem Neubau nun keine zusätzlichen Krippenplätze geschaffen würden, gebe es auch keine neuen Zuschüsse. Der Landkreis brauche sich somit auch nicht an der Beseitigung des Defizits zu beteiligen.
