Varel - Einen kleinen Eindruck davon, was Erzieher täglich leisten, bekam Varels Bürgermeister Gerd-Christian Wagner am Dienstagnachmittag. Kinder aus dem städtischen Kindergarten waren mit ihren Müttern und Vätern ins Rathaus gekommen und machten ordentlich Radau. Während ihre Eltern dem Bürgermeister eine Unterschriftenliste überreichten, kletterten sie über die Tische und erkundeten den großen Sitzungssaal. Die Eltern wollen mit der Aktion zeigen, dass sie sich mit den Erziehern solidarisieren, die für eine höhere Eingruppierung ihrer Arbeitsleistung streiken (die NWZ berichtete).
Die Erzieher des städtischen Kindergartens in Varel hatten drei Tage lang gestreikt, und die Einrichtung blieb geschlossen. Und das mit Zustimmung vieler Eltern: 109 Mütter und Väter haben auf der Liste unterschrieben, die die Eltern an Gerd-Christian Wagner übergeben haben.
„Wir zeigen uns solidarisch mit den Erziehern“, sagte Christina Weber. Zwei Erzieher würden jeweils 25 Kinder betreuen und seien gestiegenen Anforderungen ausgesetzt. Das Einkommen der Kräfte in den Sozial- und Einrichtungsdiensten sei bescheiden, so Weber, Einstiegsgehälter lägen bei knapp 2300 Euro brutto. „Skandalös“ sei die Tatsache, dass das Kita-Gesetz zwischen Gruppenerst- und zweitkräften unterscheidet, und die Zweitkraft weniger Stunden arbeiten könne und weniger Geld erhalte als die Erstkraft.
Gerd-Christian Wagner lobte die Mütter und Väter für ihr Engagement und sprach die Hoffnung aus, dass sich der Leitspruch „Erziehung ist mehr wert“ bei den Tarif-Verhandlungen durchsetzen kann.
