Edewecht - Es herrscht Stille im Kindergarten „Am Stadion“ in Edewecht. Wo sonst rund 150 Kinder ausgelassen toben und spielen, ist momentan nur das Rauschen des vorbeifahrenden Straßenverkehrs zu hören.
Seit Donnerstag, 21. Mai, wird die Einrichtung der Gemeinde an der Straße Zum Stadion 4 unbefristet bestreikt (die NWZ berichtete). Was ursprünglich nach Aussage von Kindergartenleiterin Heike Barenbrügge als eintägige Schließung angedacht war, ist mittlerweile auf unbestimmte Zeit ausgeweitet. Für wie lange der Kindergarten geschlossen bleiben wird, ist nach Aussage von Bürgermeisterin Petra Lausch nicht absehbar. Vom Arbeitskampf betroffen sind auch der Friedrichsfehner Kindergarten „Sonnenhügel“ am Fasanenweg 2A und einzelne Gruppen im Kindergarten Friedrichsfehn am Fasenweg 2. Sie bleiben wegen des Streiks der Erzieherinnen für eine gerechtere Tarifpolitik bis auf Weiteres geschlossen.
Für die Edewechter Eltern kam die Streikankündigung in der vergangenen Woche nach eigenen Aussagen überraschend. „Wir haben mehrmals bei den Erzieherinnen nachgefragt, ob gestreikt wird, aber jedes Mal wurde mitgeteilt, ein Streik sei nicht notwendig“, erklärte mehrere Mütter, die namentlich nicht genannt werden möchten, übereinstimmend.
„Die Mitarbeiterinnen haben sich bemüht, allen Betroffenen frühzeitig die Chance zum Organisieren einer Notversorgung zu geben“, betont Barenbrügge. „Schließlich ist es wichtig, auch in Streiksituationen fair miteinander umzugehen.“
Die Gemeinde Edewecht hat inzwischen eine Notversorgung eingerichtet. 40 Kindergarten und zehn Krippenkinder können momentan montags bis freitags in der Zeit von 7.30 bis 13 Uhr von Erzieherinnen in den Räumlichkeiten des Kindergartens „Am Stadion“ betreut werden. Für Kindergartenkinder bietet die Gemeinde nach aktuellem Stand zusätzlich eine Nachmittagsbetreuung bis 16 Uhr an. Auch Familien der Einrichtung „Sonnenhügel“ können versorgt werden. Anders als von Edewechter Müttern vermutet, werden die Plätze nicht wochenweise verlost, sondern stehen nach Aussage Lauschs besonders berufstätigen Eltern und Alleinerziehenden zur Verfügung. „Wir sehen die Not der Familien und möchten ihnen auf diesem Weg entgegenkommen“, so die Bürgermeisterin.
Fragen zum Streik beantworten die Erzieherinnen am Freitag, 29. Mai, zwischen 9 und 15 Uhr auf dem Edeka-Parkplatz, Bahnhofstraße 16.
