Butjadingen - Die Grundschule Butjadingen in Burhave soll in eine offene Ganztagsschule mit einer freiwilligen Teilnahme der Schüler an den Nachmittagsangeboten umgewandelt werden. Diese Empfehlung geben die Gemeindeverwaltung und die Schulleitung aufgrund des jetzt vorliegenden Ergebnis der Elternbefragung. 92 Erziehungsberechtigte und damit knapp ein Drittel der befragten Familien wünschen sich die Ganztagsschule.

Von den 300 an die Eltern der jetzigen Erst- und Zweitklässler der Grundschule sowie der Kindergarten- und Krippenkinder versandten Fragebögen kamen 141 zurück. 49 Eltern halten das jetzige Vormittagsangebot in der Grundschule für ausreichend und wünschen sich deshalb für ihr Kind keine Ganztagsschule.

Von den 92 Befürwortern des Nachmittagsangebots wünsche sich 65 eine offene Ganztagsschule, an der die Teilnahme an den Nachmittagsangeboten freiwillig, bei Anmeldungen aber für ein Schulhalbjahr verpflichtend ist. 19 Eltern plädierten für eine teilgebundene Ganztagsschule mit der Teilnahmepflicht an zwei von vier Nachmittagen, während 8 Eltern sogar für eine vollgebundene Ganztagsschule (4 Pflichtnachmittage) votierten.

„Ich hatte mir eine größere Beteiligung an der Ermittlung des Elternwunsches erhofft“, zeigte sich Butjadingens Bürgermeisterin Ina Korter enttäuscht darüber, dass nur knapp 50 Prozent der Eltern geantwortet haben. Mit dem Fragebogen hatten die Eltern auch ein Informationsschreiben erhalten. Zudem gab es einen Informationsabend.

Das Ergebnis der Befragung mache dennoch einen Bedarf für ein Nachmittagsangebot in der Grundschule deutlich, sind sich Ina Korter und Joachim Wulff, stellvertretener Leiter des Amtes für Finanzen und Verwaltung, sowie Schulleiterin Christine Thaden-Decken einig. „Als Schule müssen wir jetzt handeln“, kommentierte Christine Thaden-Decken das Resultat der Umfrage.

Die frühestens zum Schuljahr 2017/18 mögliche Einrichtung einer offenen Ganztagsschule erfordere noch eine Menge Arbeit, machte Joachim Wulf deutlich. Neben den Entscheidungen der Schulorgane und des Gemeinderates müssen unter anderem ein pädagogisches und ein räumliches Konzept erstellt werden sowie Kooperationspartner für die Nachmittagsangebote gesucht werden.

Nehmen jeweils rund 40 Schüler an den Angeboten an den geplanten drei Nachmittagen in der Woche teil, würde die Schule vom Land zwölf zusätzliche Lehrerstunde pro Woche erhalten, davon 25 Prozent in kapitalisierten Form. Das werde aber nicht ausreichen, um ein qualitativ gutes Angebot organisieren zu können, forderte die Schulleiterin schon jetzt die Hilfe der Gemeinde ein.