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Internet Elternbrief zu Nacktfotos zeigt Wirkung

Cloppenburg - Der Elternbrief, den fünf Schulleiter aus Cloppenburg Ende vergangener Woche verschickt haben, um auf das sogenannte „Sexting“-Problem, das Verbreiten von Nacktfotos im Internet, aufmerksam zu machen, hat seine Wirkung nicht verfehlt. Bereits am Montag gingen zahlreiche Rückmeldungen ein.

Wie berichtet, hatten die Schulleiter der Pingel-Anton-Oberschule, des Clemens-August-Gymnasiums, der Marienschule, der Johann-Comenius Oberschule sowie der Liebfrauenschule gemeinsam Alarm geschlagen. Hintergrund ist eine zunehmende Schwemme von Nacktaufnahmen von Kindern und Jugendlichen, die von Smartphone zu Smartphone weitergereicht, aber auch über soziale Netzwerke verbreitet werden. Teils selbst von den Betroffenen hochgeladen, teils von Bekannten oder Mitschülern.

Kein Strohfeuer

Nach dem Aufklärungsbrief, in dem die Schulleiter die Eltern aufforderten, genau hinzuschauen, ist Paul Nienaber, Schulleiter der Oberschule Pingel Anton, überzeugt: „Der Elternbrief ist der richtige Ansatz.“ Das sei das Gros der Meinungen. Diesen Eindruck bestätigte unter anderem auch Günter Kannen, Schulleiter am CAG.

Mittlerweile unterstützen auch die Berufsbildenden Schulen in Cloppenburg die Aktion. Somit sind die Eltern der gesamten Schülerschaft der Sekundarstufen eins und zwei in Cloppenburg über das Thema informiert, zeigen sich die Schulleiter zufrieden.

Und: Der Brief soll kein Strohfeuer sein. Bereits jetzt sind am CAG und an der OBS Pingel Anton Elternabende geplant, der am CAG soll sogar öffentlich mit Vertretern von Polizei und Jugendamt stattfinden. Auch in Klassenverbänden wird das Problem thematisiert.

Kannen selbst war, wie er berichtete, im Deutschkurs einer zwölften Klasse beim Thema Medienkritik auf das Phänomen aufmerksam gemacht worden. Das sei vor den Herbstferien gewesen. Unabhängig davon habe er zu dem Thema dann Anrufe von Eltern und dem CAG-Elternratsvorsitzenden Uwe Hausfeld erhalten. „Von da an war es ein Selbstläufer“, so Kannen.

Gemeinsames Vorgehen

Hausfeld betonte gegenüber der NWZ , dass viele Eltern gewusst hätten, dass „da was im Busch ist“, der Umfang des Problems jedoch nicht bekannt gewesen sei. Den Elternbrief findet er „gang, ganz wichtig, um alle für die Thematik zu sensibilisieren“. Eine klare Positionierung sei genau richtig gewesen. Für ihn sei die Präventionsarbeit, die geleistet werde – zumindest die, die ihm vom CAG bekannt sei – ein sehr wichtiger Bestandteil der Aufklärung. „Jugendliche unterschätzen die Macht des Internets.“ Deshalb ist er auch „zu allen Mitteln bereit, um das Problem einzudämmen“. Letztlich sei ein Zusammenspiel zwischen Eltern und Lehrern notwendig, um das Problem zu lösen.

Nienaber unterstrich, dass der Elternbrief als Anlass genommen wurde, mit den Schülern verstärkt über „Sexting“ und Online-Gefahren zu sprechen. Für ihn ist das Internet schon lange kein „weltweites Netz“ mehr, sondern vielmehr ein „weltweiter Krieg“.

Auch die Präventionsstellen der Polizeistellen Cloppenburg/Vechta sind mit dem Thema vertraut. Harald Nienaber und Ulrich Suhr statten den Schulen regelmäßig Besuche ab, bei denen sie Aufklärungsarbeit leisten. „Den Schülern ist die Tragweite ihrer Aktivitäten im Netz meistens nicht bekannt. Ihnen ist nicht bewusst, auf was sie sich einlassen“, erklärt Suhr.

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