Edewecht - Ein schwerer Verkehrsunfall, der sich an der Fußgängerampelanlage an der Oldenburger Straße in Edewecht vor 25 Jahren ereignete, war der Auslöser dafür gewesen, einen Elternlotsendienst an der Grundschule einzurichten. Damals – am 5. Dezember 1989 – war ein Kind, das zur Grundschule wollte, bei der Fußgängerampel von einem Lkw erfasst und schwer verletzt worden. Der Schulweg muss für die Grundschüler sicherer werden, hatte Schulleiter Egbert Kosmis damals gefordert. Zehn Tage später wurden die ersten Eltern angesprochen, ob sie bereit wären, Grundschülern als Elternlotsen beim Queren der Fußgängerampel zu helfen.
„Am 25. Januar 1990 fand ein erstes Treffen mit sieben Eltern statt, beim Startschuss am 19. Februar 1990 waren bereits 17 Eltern bereit, sich als Elternlotsen zu engagieren“, ließ Schulleiter Kosmis die Anfänge bei der Festveranstaltung zum 25-jährigen Bestehen des Elterndienstes Revue passieren. In den ersten Monaten sicherten Eltern, im Vergleich zu heute eher etwas unzulänglicher ausgerüstet, die Ampelanlage an der Hauptstraße. 1991 kam die Querung an der Oldenburger Straße dazu.
Pro Schuljahr wurden um die zwanzig Helfer für das Elternlotsensystem benötigt. „1995 und 1996 war es etwas kritisch, entsprechend viele Aktive zu finden. Diese Phase konnte glücklicherweise überwunden werden“, so Kosmis. Nicht nur Eltern, deren Kinder die Grundschule besuchten, erklären sich bereit, als Lotsen zu fungieren. Auch „schulfremde“ Personen, Großeltern und Verwandte, gehörten bereits zu den Verkehrshelfern, die morgens vor Schulbeginn für 30 bis 40 Minuten den Schulweg der Grundschul- und Kindergartenkinder sicherten. In den 25 Jahren waren es rund 300 Frauen und Männer, die dieses Ehrenamt übernahmen.
Edewechts Bürgermeisterin Petra Lausch, die selbst vier Jahre als Elternlotse tätig war, sagte, dass mit diesem ehrenamtlichen Engagement dazu beigetragen wird, „dass Schülerinnen und Schüler auf ihrem täglichen Schulweg nicht allein gelassen werden.“ Der Lotsendienst zeige, dass alle Verkehrsteilnehmer partnerschaftlich und rücksichtsvoll reagieren müssten.
Klaus Blaser vom Polizeikommissariat Bad Zwischenahn, der seit 2007 die Elternlotsen schult, wies darauf hin, dass seit Beginn dieses Projektes „der Schulweg so sicher geworden ist, dass bisher kein Unfall mehr passierte, obwohl es manches Mal schon brenzlige Situationen gab.“
Der Elternlotsendienst Edewecht besäße eine Sonderstellung im Ammerland, wie Rudolf Schüdzig, Vorsitzender der Verkehrswacht Ammerland, ausführte. In Augustfehn sei ein ähnliches Projekt entstanden, aber wieder eingestellt worden. Seit 2014 werde ein Elternlotsendienst in Wiefelstede angeboten. Die Verkehrswacht stelle seit einigen Jahren eine entsprechende Ausrüstung für Elternlotsen zur Verfügung, damit diese im Verkehr besser wahrgenommen würden.
