Zetel - „Politik vor Elternwille?“ Das fragt sich derzeit die Schulleitung der Haupt- und Realschule Zetel. Sie hat am Dienstag Stellung bezogen zu den Aussagen der CDU Varel. CDU-Fraktionsvorsitzender Hergen Eilers hat sich gegen eine IGS in Zetel ausgesprochen, da eine IGS in Zetel eine Gefahr für andere Schulstandorte darstelle (die NWZ berichtete).
„Jedes Jahr werden etwa 30 Zeteler Kinder in die fünften Klassen der IGS Friesland eingeschult und fahren jeden Morgen mit dem Bus nach Schortens“, heißt es in der Stellungnahme der Zeteler Schulleiterin Heike Neumann. „Die Eltern wünschen sich ein langes gemeinsames Lernen, denn sie haben damit in der Grundschule positive Erfahrungen gemacht.“ Zudem wollen Eltern laut Neumann die Möglichkeiten der Schullaufbahn möglichst lange offen halten. „Vielen Eltern gefällt das pädagogische Arbeiten der IGS Friesland sehr gut.“ Leider kommen Kinder aus Schortens laut ihren Angaben „durch das Losverfahren an der IGS nicht zum Zuge und müssen notgedrungen, obwohl sie eigentlich zur IGS wollen, morgens mit dem Bus zur Oberschule Sande fahren. Die Oberschule Sande platzt nach Angaben des Schulleiters bereits aus allen Nähten und würde gerne auf Klassenzimmer der Grundschule Sande ausweichen. Wenn dies nicht möglich ist, sollen die Schortenser Kinder in Zukunft nach Jever fahren. Das kann nicht vernünftig sein“, so die Schulleitung.
Die Errichtung einer zweiten Integrierten Gesamtschule im Südkreis würde die IGS Friesland lediglich entlasten. Zeteler Kinder könnten in Zetel zur Schule gehen, Schortenser Kinder in Schortens und die Oberschule müsste nicht die Grundschule bedrängen.
Der Kreiselternrat fordere schon seit längerer Zeit eine Elternbefragung im gesamten Südkreis, die ihm bislang nicht gewährt wurde. „Es klingt wie ein Hohn, wenn Hergen Eilers in seiner Stellungnahme betont, dass der Elternwille hier nicht zählen könne, da Eltern- und Schülerinteressen anderer Schulen nicht berücksichtigt würden. Genau dies fordert der Kreiselternrat seit zwei Jahren“, argumentiert Heike Neumann.
Ihren Ausführungen nach obliegt es der Politik, den Elternwillen umzusetzen. „Der Wunsch nach einer zweiten IGS besteht vor allem bei den Zeteler Eltern“, so Neumann.
Im Auftrag der schulischen Gremien fordere die Schulleitung die zuständigen Gremien beim Landkreis Friesland auf, die Schulentwicklungsplanung hinsichtlich der Einrichtung einer IGS im Südkreis, am Standort Zetel, fortzuschreiben.
