Die Klasse 9bR der Haupt- und Realschule Varel beschäftigt sich im Geschichtsunterricht mit dem Thema NS-Ideologie. Dazu hat Lehramtswärter Bahattin Aslan den Vorsitzenden des Freundeskreises für Sinti und Roma in Hengstlage, Christel Schwarz, eingeladen. Der 64-Jährige wurde in Bockhorn geboren. Seine Familie und Verwandtschaft lebte früher in der Friesland. Seine Eltern wurden während des Nationalsozialismus’ ins Konzentrationslager deportiert, ebenso wie Juden und Homosexuelle. Ein Teil seiner Verwandten kam darin ums Leben. Schwarz, der gerne zu Vorträgen in Schulen oder anderen Einrichtungen kommt, damit die Geschichte wach gehalten wird („Wir Sinti haben vergeben, aber nicht vergessen“), erzählte den Jugendlichen von der Verfolgung, Entrechtung und Tötung seines Volks, die es nicht nur während der NS-Zeit gegeben habe. „Wir Sinti und Roma sind eigentlich kein ziehendes Volk, wir wurden dazu gemacht.“ In ihren Reihen habe es nicht nur gute Musiker gegeben, sondern auch hervorragende Handwerker wie Weber, Maler, Restauratoren und Instrumentenbauer. Während der NS-Zeit sei seine Familie nicht nur als Menschen dritter und vierter Klasse bezeichnet worden, sondern als Ungeziefer, das beseitigt werden müsse. Es habe nur wenige Menschen gegeben, die einzelnen Sinti und Roma zeitweilig geholfen hätten. „Wir wurden aus Bockhorn vertrieben, später aus Wilhelmshaven und Oldenburg“, sagte Schwarz. Aber auch nach dem Zweiten Weltkrieg seien Sinti und Roma als Zigeuner beschimpft und vertrieben worden. Christel Schwarz forderte die Schüler auf, sich für Minderheiten in diesem Land einzusetzen. Er habe kein Verständnis dafür, dass heutzutage Neonazis mit Fahnen durch die Städte ziehen dürfen. Auch Schulleiterin Irmgard Schläger verfolgte aufmerksam die Ausführungen von Christel Schwarz. Schläger berichtete, dass an der Haupt- und Realschule Jungen und Mädchen aus 21 Ländern unterrichtet werden. Vorurteile gegenüber Ausländern nehme sie nicht wahr.
Über zwei neue Wetterstationen freut sich das Lothar-Meyer-Gymnasium. Die Station für Varel hat die Firma Brillen Wandke aus Varel der Schule gesponsert, die in der Außenstelle Zetel die Firma Fielmann. Die alten Wetterstationen waren beschädigt beziehungsweise gestohlen worden. „Die Wetterstationen spielen eine wichtige Rolle im Erdkundeunterricht“, sagte Ulrich Kropp, kommissarischer Fachobmann für das Fach Erdkunde. Das Hygrometer zeigt die Luftfeuchtigkeit an, das Barometer den Luftdruck und ein Thermometer die Temperatur. „Insbesondere die Schüler der Klassen 5 und 6 nutzen die Stationen im Erdkundeunterricht für langfristige Wetterbeobachtungen“, sagte Kropp.
Zwei Heizungsanlagen und eine Solaranlage zur Warmwasserbereitung für Unterrichtszwecke hat die Firma Brötje (Rastede) an die Berufsbildenden Schulen Varel übergeben. Dazu war Jörg Röber vom Rasteder Unternehmen in die BBS gekommen und hat sich unter anderem bei Lehrer Frank Thomas über die Arbeit in der Schule informiert. Damit die Technik funktioniert, werden nicht nur Ingenieure gebraucht, sondern auch gut ausgebildete Fachkräfte, die die richtigen Planungen erarbeiten und die richtigen Handgriffe ausführen. An der BBS kann nun das wichtige Thema Energieeffizienz an realen Heizungsanlagen im Klassenraum praktisch erarbeitet werden. Die Schüler im Ausbildungsberuf des Anlagenmechanikers (früher Heizungsbauer) stammen alle aus hiesigen Ausbildungsbetrieben.
