Friesoythe - Die Schule mit ihrer gelben Fassade ist markant. Die Rede ist von der Elisabethschule in Friesoythe. Zum Schuljahr 1975/76 wurde die Schule offiziell eingeweiht. Doch die Geschichte der Förderschule reicht noch ein paar Jahre weiter zurück.

1969 beschloss der Rat der Stadt Friesoythe die Errichtung einer „öffentlichen Sonderschule für Lernbehinderte“. Im Sommer 1969 nahm der Sonderschullehrer Hans Kramer seine Arbeit auf. Zu Beginn unterrichtete er 17 Schüler, und zwar im Volksschulgebäude in Vordersten Thüle. Schnell stieg die Nachfrage und nur ein Jahr später gab es schon drei Klassen mit 52 Schülern. Das zog einen Umzug in die evangelische Volksschule am Grünen Hof nach sich. Auch das reichte nicht. Nur ein weiteres Jahr später mussten fünf Klassen untergebracht werden. Also zog man an den Hansaplatz – in die Jugendherberge und in Teile der Stadthalle.

Da mit weiter steigenden Schülerzahlen zu rechnen war, wurde schlussendlich ein eigenes Schulgebäude an der Barßeler Straße, dem jetzigen Standort, gebaut. Die Kosten betrugen damals 3,2 Millionen D-Markt. Bei der Einweihung am 25. September 1975 konnten sich „viele Gäste davon überzeugen, dass durch den Neubau für den Unterricht optimale Voraussetzungen geschaffen worden waren“, schreibt Ferdinand Cloppenburg in dem Buch „Friesoythe einst und jetzt“, aus dem auch die historischen Zahlen und Daten dieses Artikels stammen.

Heute, fast 42 Jahre später, sind die Voraussetzungen nicht mehr ganz so optimal. Die Einrichtung, die längst Förderschule statt Sonderschule heißt und ein sehr differenziertes Bildungsangebot bereit hält, platzt aus allen Nähten. Derzeit werden dort 165 Schüler unterrichtet. 19 Klassen stehen dafür bereit. Schon jetzt fehlt ein Klassenraum und ab dem kommenden Schuljahr wird der Raumbedarf wegen der höheren Schülerzahlen vermutlich auf mindestens drei Klassenräume steigen, sagte Rektorin Ilona Stiefs im NWZ -Gespräch.

Als erste Lösung müsse man wohl den Textilraum in einen Klassenraum umwandeln. Doch das werde nicht reichen, zumal nicht nur Klassenräume, sondern auch Therapieräume fehlen würden. Sie sei sehr froh, dass ihr Kollegium trotz der Raumnot toll mitmachen würde. „Wir arbeiten derzeit gemeinsam mit dem Landkreis Cloppenburg an einer Lösung“, sagte Stiefs und ist davon überzeugt, dass der Schulträger auch Abhilfe schaffen werde.

„Wir beschäftigen uns sehr intensiv mit dem Thema“, sagte Kreissprecherin Sabine Uchtmann auf NWZ -Anfrage. Man stehe mit der Schule im Dialog, um zu sehen, wie es weitergehen könne. Zunächst brauche man nur eine Übergangslösung, denn in den nächsten Jahren stünden ohnehin größere Um- und Erweiterungsmaßnahmen an. Hierfür wurden in den Haushalt des Kreises 10,8 Millionen Euro eingestellt. „Bislang steht aber noch nichts Konkretes fest. Wir hoffen aber, dass 2018 mit den Baumaßnahmen begonnen werden kann.

Carsten Bickschlag
Carsten Bickschlag Redaktion Münsterland (Leitung Cloppenburg/Friesoythe)