Hude - „Polizeilich geprüfte Fußgänger“ dürfen sich die angehenden Schulkinder des evangelischen Kindergartens Hude seit Mittwochvormittag nennen: Die Einrichtung hatte in Zusammenarbeit mit der Polizeistation Hude 23 Kinder dazu eingeladen, den sogenannten „Fußgänger-Führerschein“ zu machen.

„Wir machen das schon seit fünf Jahren“, berichtete Anke Jacobs, Leiterin des evangelischen Kindergartens. „Das gehört zu unserem Projekt Verkehrserziehung.“ Zunächst werde in den Wochen vor Abnahme des Abzeichens in den einzelnen Kindergartengruppen geübt – Bedeutung der Straßenverkehrsschilder, mögliche Gefahrenstellen und richtiges Verhalten an Ampeln und Kreuzungen. „Am Montag sind wir dann schon einmal zusammen den Weg abgelaufen“, berichtet Jacobs von der „Generalprobe“.

Bei dem Weg, den die Kinder selbstständig in Zweier-Gruppen ablaufen mussten, handelte es sich um eine gut 1,5 Kilometer lange Strecke durch den Ort. „An den Knotenpunkten haben wir dann Eltern und Mitarbeiter platziert, die das Verhalten der Kinder beobachtet haben“, weiß die Leiterin. Insgesamt 15 Knotenpunkte habe man vorher dazu festgelegt.

„Das ist für die Kinder der erste Schritt in das selbstständige Leben“, betonte Oberkommissar Reinhard Garmatz, der die Kinder zusammen mit Kollegin Carola Kuhlwey begleitet hatte. „Wenn sie in die Schule kommen, sollen sie sich ja sicher im Straßenverkehr bewegen können.“ Zusätzlich aber habe die Polizeistation Hude eine sogenannte „Schulwegüberwachung“ eingerichtet, bei der Beamte im Streifenwagen die Schulwege zu Schulbeginn und Unterrichtsende abfahren, um das Verhalten der Kinder zu Fuß und auf dem Fahrrad zu beobachten. „Hier in Hude ist das schon in Ordnung“, lacht der Polizist. „Das liegt wahrscheinlich an der hervorragenden Arbeit der Kindergärten.“

Während sich die Eltern, Kindergartenmitarbeiter sowie die beiden Polizisten über die gute Leistung der jungen Fußgänger im Verkehr freuten, konnten sich die angehenden Schulkinder vor allem über ihre neu erworbene Lizenz freuen, nämlich ihren „Fußgänger-Führerschein“. „Das hat richtig Spaß gemacht“, berichtete Nea (6). „Wenn ich zur Schule komme, will ich auch immer zu Fuß dahinlaufen.“