Oldenburg - Sie schneidet das Brot, dann huscht sie rüber an den Kochtopf, rührt die Suppe um, die grüne Suppe. Vorsichtig halte ich die Nase darüber. Riecht gesund. Die Köchin würzt noch etwas nach – et voilà. Fertig ist das Kräutersüppchen.

Für Kräuter aus Wald und Garten haben Antje Schmidt-Kunert und Sabine Ehlts von der Volkshochschule die passenden Ideen für die Küche. Einige schnelle Rezepte haben sie am Dienstag für die NWZ gekocht und zubereitet: Kräutersuppe, Kräuterquiche, Kräuterpesto, Kräutersalat. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig.

Schmidt-Kunert hat dafür sogar frische Kräuter aus ihrem Garten mitgebracht, besonders viel vom Gartenschaumkraut: „Probier doch mal“, sagt sie und hält mir den Teller hin. Ich zupfe ein kleines Blättchen ab und lege es mir auf die Zunge. „Nein, nein. Ruhig ein ganzes Büschel“, kommentiert sie das bescheidene Zulangen. „Hakuna Matata“, denke ich und schiebe mir das Kraut in den Mund. Schmeckt erst erdig, aber wenn es richtig zwischen den Zähnen liegt, entfaltet sich ein scharfer Geschmack. Daraus lässt sich doch etwas zaubern. Wenn es jetzt draußen anfängt zu sprießen, wachsen allerlei genießbare Wildkräuter; zum Beispiel Gänseblümchen vom Rasen, auch rosa Bellis, Hornveilchen, Stiefmütterchen oder Bärlauch. Diese eignen sich wunderbar für einen bunten Salat.

Für die Quiche müssen jede Menge Kräuter geschnitten werden. Gar nicht so leicht, mit dem großen Messer die feinen Blätter zu zerkleinern. Ehlts zeigt, wie es richtig geht: „Die Finger krallenartig auflegen. Die Stängel mit den Fingerkuppen zum Messer schieben“, erklärt sie, „so kann man sich nicht schneiden.“

Das Pesto machen wir heute aus Bärlauch; der wächst im Garten an schattigen Plätzen und im Wald. Ehlts gibt großzügig etwas davon in einen Becher, der ist jetzt schon bis oben hin voll. Fix reibt sie ein Stück Parmesan und röstet anschließend die Mandeln in der Pfanne. „Da kommt kein Fett rein. Aber man sollte daneben stehen, sonst verbrennen sie schnell“, erklärt die erfahrene Köchin.

Statt Mandeln schmecken auch Sonnenblumenkerne oder Walnüsse, eigentlich jede Art von Nüssen und Kernen. Bärlauch hat einen verschärften Knoblauchgeschmack, deshalb braucht es keine Knoblauchzehe, die üblicherweise noch zum Pesto dazugehört. „Ab in den Mixer“, freue ich mich und greife zum Pürierstab. Fertig.

Serviert wird das Bärlauchpesto auf einem Stück Brot, und es schmeckt, schön würzig. „Offen sein für was Neues. Wenn wir einfach mal die Haustür aufmachen, dann sehen wir, was direkt vor ihr wächst“, sagt VHS-Marketingleiterin Lena Mäusezahl.