Herr von Seggern, wie kommt man als Ganderkeseer zum Thema D-Day, das doch mit unserer Gemeinde wenig zu tun hat?

Von SeggernSchon als Kind war ich oft in England, auch mit meinem Papa. Vor zehn Jahren bin ich dort in die Gedenkveranstaltung zum 60. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie geraten. Das hat mich sehr berührt. Es hat mich nicht mehr losgelassen.

Sie hatten bei der Vorbereitung von Vortrag und Ausstellung appelliert, weitere Informationen oder Gegenstände beizusteuern. Gab es ein Echo?

Von SeggernJa. Es gab mehrere telefonische Rückmeldungen. Ein Herr aus Hude meldete sich. Er ist Veteran und war offenbar den Tränen nahe, als er sich an seine Erlebnisse in der Normandie erinnerte. Das war für mich an anrührend. Eine seiner Aussagen war: Bringen Sie dieses Thema in die Schulen, die jungen Leute müssen das erfahren!

Geht das denn so einfach?

Von SeggernEine Schule hat bereits Interesse bekundet, dass das Thema vorgetragen wird. Ich halte es in der Tat für ganz wichtig, dass das Wissen von Generation zu Generation weitergegeben wird. Man darf nicht nur sagen: Das darf nicht wieder sein. Man sollte auch seinen Beitrag leisten.

Hat es auch Kritik gegeben, dass Sie so ein Thema aufgreifen?

Von SeggernNur als Nebenbei-Bemerkung. Da kam die Aussage: Diesen Kriegskram kann ich nicht mehr hören. Ansonsten habe ich durchweg positive Resonanzen erfahren.

Was ist Ihnen bei der Recherche aufgefallen, gibt es so etwas wie eine „Lehre“ aus der Befassung mit dem Thema?

Von SeggernMir wurde deutlich, dass wir in Deutschland ein Problem mit der Geschichte des Zweiten Weltkrieges haben. Sehr oft steht die Schuldfrage im Raum. Für mich sind da zwei andere Dinge wichtig: Erstens haben wir die geschichtliche Verantwortung, Geschichte aufzubereiten und der nachfolgenden Generation mitzuteilen. Zweitens müssen wir verdeutlichen, wie widernatürlich und widermenschlich Krieg ist. Woraus wir folgern sollten, wie wichtig unser aller Einsatz für den Frieden ist.