ESENSHAMM - Das letzte Kapitel der Esenshammer Schulgeschichte, deren Anfänge bis in das Jahr 1593 zurückreichen, ist eingeläutet: Weil die Schülerzahlen rapide gesunken sind, kommt in diesem Sommer das Aus für die Dorfschule. Die Kinder und die Lehrer wechseln dann zur Grundschule Abbehausen. Inzwischen steht auch fest, was mit dem Schulgebäude geschieht. Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am Donnerstagabend einstimmig den Verkauf des Klinkerbaus mit den markanten Sprossenfenstern beschlossen. Somit kann die Stadt das denkmalgeschützte Gebäude an Ärzte veräußern, die dort auf einer Fläche von etwa 400 Quadratmetern eine fachmedizinische Einrichtung betreiben wollen.
Noch keine Einzelheiten
Mit Einzelheiten zur künftigen Nutzung des Schulgebäudes hält sich Bürgermeister Hans Francksen noch zurück, weil die Verträge noch nicht unterschrieben sind. Dazu soll es im Laufe dieses Monats kommen.
Auf Nachfrage derNWZ
teilte Hans Francksen lediglich mit, dass die Investoren aus dem Oldenburger Land stammen und die neue medizinische Einrichtung keine Konkurrenz zum Angebot der Wesermarsch-Klinik darstelle. Wie berichtet, entsteht nördlich von Esenshamm zurzeit eine neue Wesermarsch-Klinik, die 2014 den Betrieb aufnehmen soll. Die Geschäftsführung des Krankenhauses wollte sich zu dem Thema nicht äußern.Bürgermeister Hans Francksen ist froh, dass der drohende Leerstand abgewendet werden konnte. Zudem blieben der Stadt die Ausgaben für Unterhaltung und Sanierung des 1961 errichteten Hauses erspart. „Für die Stadt und für Esenshamm ist das eine gute Lösung“, sagt Hans Francksen. Zum Kaufpreis macht der Bürgermeister keine Angaben.
Fußballer im Keller
Schon gleich nach dem Auszug der Schule wollen die neuen Eigentümer mit den Umbauarbeiten beginnen. Die Fachärzte benötigen für ihr Vorhaben das gesamte Gebäude. Daher müssen im Keller die Umkleideräume aufgegeben werden, die bislang den Fußballern des TV Esenshamm zur Verfügung stehen.
Nach Angaben des Bürgermeisters sind Gespräche mit dem TVE bereits angelaufen. Es ist vorgesehen, die Fußballer im Umkleidetrakt der benachbarten Turnhalle unterzubringen. Gegebenenfalls müsste dafür ein Anbau errichtet werden.
Ebenfalls noch zu klären sind die künftige Verwendung für das Toilettengebäude der Schule, das nicht mit zum Kaufobjekt gehört, sowie der Zugang zum Sportgelände und zum Spielplatz.
