Berne - Jonglierwerkstatt, Fitnesstest, Flaschenfußball, Musikworkshop und leckere Verpflegung waren die Zutaten für ein gelungenes Sommerfest im Berner Jugendtreff. Trotz der hohen Temperaturen waren viele Gäste der Einladung gefolgt, freute sich Christian Brechlin-Wenke, der im Oktober 2015 die Leitung der Einrichtung des CVJM-Sozialwerks Wesermarsch übernommen hat.

Aber statt bei Martin Schmeißer vom Stedinger Turnverein um die Wette Liegestütze oder Seilsprünge zu machen, zog es die Mehrzahl der jungen Leute vor, im Gruppenraum mit Hendrik Meinardus von der Musikschule Steenken im Gruppenraum zu rocken, beim „Spielefant“ unter kühlen Bäumen ein paar Bälle durch die Luft zu wirbeln oder einfach entspannt miteinander zu klönen an der schattigen Hauswand.

Nach knapp elf Monaten im Amt ist die Bilanz von Chris, wie er von „seinen“ Jugendlichen“ gerufen wird, positiv. Zum festen Anlaufpunkt am Nachmittag für durchschnittlich 17 bis 18 Berner Teenager pro Tag sei das „JUZ“ geworden. Ganz besonders beliebt sei bei den 12-bis 18-Jährigen der wöchentliche Kochtag, bei dem immer wieder Rezepte der Jugendlichen mit Migrationshintergrund auf den Tisch kommen. „Essen geht nicht nur durch den Magen, sondern ist auch ein Stück Heimat“, sagt der 26-Jährige.

Großen Wert legt er auf Strukturen und Regeln – und das komme bestens bei den jungen Leuten an, die von montags bis freitags im Jugendtreff eine Runde Billard spielen, kickern, Musik machen oder einen der beiden Computer nutzen. Aber auch Ausflüge, Präventionsarbeit, Hilfe beim Erarbeiten eines strukturierten Tagesablaufs oder Unterstützung beim Schreiben von Bewerbungen gehören genauso zu der Jugendarbeit wie ein offenes Ohr bei Problemen.

Nach einem Schultag ist allerdings zu viel Programm nicht erwünscht. „Wir sind hier schließlich eine Freizeitstätte. Die Kinder sollen hier lernen, sich selber zu organisieren“, so Christian Brechlin-Wenke.

Nachdem in den ersten Monaten der Anteil ausländischer Jugendlicher deutlich überwog, hält er sich nun die Waage. Neben Deutsch gehöre der Austausch auf Englisch zum Alltag. Manch Jugendlicher musste da erst einmal lernen, die Scheu abzulegen, sich in dieser Sprache zu verständigen. Und wenn die sprachliche Verständigung nicht klappt, dann würden Mimik und Gestik zur Hilfe genommen. Eine große Hilfe seien zwei Brüder, die Arabisch, zwei kurdische Dialekte, Englisch und etwas Deutsch sprechen, lobte der Einrichtungsleiter.

Die nächste große Aktion wird die Verschönerung des Jugendtreffs sein. Im September kommt ein Graffiti-Sprayer, der gemeinsam mit den Jugendlichen nach deren Entwürfen das Treppenhaus neu gestalten wird.