Jever - Erst ist Catalina Guajardo etwas zurückhaltend, doch dann ist sie sich sicher: „Das Essen gefällt mir hier besonders gut, zum Beispiel die Wurst.“ Gemeinsam mit sechs weiteren Mädchen ist die 15-jährige Austauschschülerin aus Chile für acht Wochen in Deutschland zu Besuch. Im Rahmen eines Projektes vom Mariengymnasium Jever leben sie in dieser Zeit in Gastfamilien.

„Normalerweise sind unsere Austauschschüler nicht so lange hier“, berichtet Dr. Martin Lichte vom Mariengymnasium Jever, Initiator des Projekts. Vor einigen Jahren fuhr er nach Chile und baute den Kontakt zu einer Deutschen Schule auf. „In diesem Programm bleiben die Schüler etwas länger und können neben ihrem Schuldeutsch auch Smalltalk lernen.“ Lichte betont, wie wichtig es sei, nicht nur Aufsätze in einer Fremdsprache schreiben zu können, sondern sich auch im normalen Alltag unterhalten zu können. Deshalb besuchen die Schüler aus Chile nicht ausschließlich den Unterricht, sondern verbringen die Weihnachtsferien in ihren Gastfamilien und nehmen an Freizeitaktivitäten teil.

Am Dienstag wurden die Schüler im jeverschen Rathaus von Bürgermeister Jan Edo Albers begrüßt, der sich sehr über den Besuch freute. „Ich denke, wenn sich Menschen aus verschiedenen Ländern besser kennen lernen, dann kann man Konflikte vermeiden“, so Albers. Er zeigte den Gästen die traditionelle Teezeremonie.

„Das ist alles sehr anders, als bei uns zu Hause“, erzählt Amparo Larravide. „Besonders schön sind die Weihnachtsmärkte hier in Deutschland, die haben wir in Chile gar nicht“. Und auch der traditionelle echte Weihnachtsbaum sei für sie neu – „Wir haben nur Plastikbäume“. Eigentlich gefällt es Amparo hier bisher sehr gut. Nur an die Temperaturen muss sie sich erst noch gewöhnen: „In Chile ist es jetzt ungefähr 38 Grad warm.“