Rostrup/Ammerland - Runde „Geburtstage“ sind oft auch Anlass, zurückzublicken und Bilanz zu ziehen. Und die fällt bei Ralph Kramer durchweg positiv aus: „Das Angebot hat sich über die Jahre bewährt, sowohl für die Hauptschüler als auch für unsere Schüler.“ Sowohl von diesen, aber auch von den Lehrerkollegen und Eltern gebe es fast ausschließlich ein „positives Feedback“.
Zum zehnten Mal haben die Berufsbildenden Schulen in Rostrup den Wettbewerb „Die BBS Ammerland aktiv kennenlernen“ angeboten, und zum zehnten Mal nutzten Neuntklässler der sechs Hauptschulen bzw. der Hauptschulzweige die Möglichkeit, an zwölf Stationen die Schule, vor allem aber unterschiedliche Berufe kennenzulernen. Dass es dabei für die 160 Schüler auch um Punkte geht und die beste Klasse einen Pokal erhält, ist eher zweitrangig.
Für Kramer, Leiter des Beratungszentrums an der BBS, stehen andere Ziele im Vordergrund der zweitägigen Veranstaltung, die in den ersten Jahren „Die BBS Ammerland spielend kennenlernen“ hieß: Berufsfelder vorstellen, berufliche Orientierung fördern, Profil der Schulformen verdeutlichen und deren qualifizierte Wahl ermöglichen, sind nur einige wichtige Aspekte. Und weil das unter Gleichaltrigen mitunter besser geht, stehen den Klassen jeweils zwei Schülerlotsen zur Seite, die die Neuntklässler durch die Schule führen. Und auch an den einzelnen Stationen stehen BBS-Schüler den Gästen als Ansprechpartner zur Verfügung. Ansonsten steht das Ausprobieren an erster Stelle – ob die verschiedenen Griffe bei der Handmassage oder die passende Farbe für Fingernägel und Haarsträhnen an der Station „Körperpflege“, Schaltungen in der „Elektrotechnik“ oder der Umgang mit Werkzeugen in der „Holztechnik“. Und auch auf das richtige Vokabular wird geachtet. So lernen die Hauptschüler, von denen der ein oder andere vielleicht den Schritt in einen Pflegeberuf macht, gleich am praktischen Beispiel und der eigenen Person, dass es bei der Unterstützung Hilfsbedürftiger nicht „Füttern“ heißt, sondern „Essen anreichen“.
