Im Jahr 2007 gehörte Ursula Spieker zu den ersten ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der Schülerbetreuung im Jugendzentrum Schortens. Nun gebe es eine neue Ausgangslage.
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FRAGE:
In einem Brief an Bürgermeister Gerhard Böhling und die Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat empfehlen Sie, das vor vier Jahren initiierte Projekt „Essen und Leben“ im Jugendzentrum Schortens einzustellen. Wie kam es zu dieser neuen Einschätzung?
SPIEKER
: Das Projekt wurde im Sommer 2007 gegründet mit dem Ziel, Kinder, die aus welchen Gründen auch immer mittags alleine sind, im Jugendzentrum mit einem Mittagessen zu versorgen und gleichzeitig eine Hausaufgabenhilfe anzubieten. Inzwischen gibt es eine ganz neue Ausgangslage in Schortens. Die meisten Schulen sind heute Ganztagsschulen und bieten selbst Mittagessen an. Da muss man nun schauen, ob sich der Aufwand für das zusätzliche Angebot im Jugendzentrum überhaupt noch lohnt.
FRAGE:
Was hat Sie seinerzeit dazu bewogen, bei der Gründung durch die Stadt Schortens dieses Projekt zu unterstützen?
SPIEKER
: Damals gab es noch keine Ganztagsschulen. Ich bin Erzieherin von Beruf, habe unter anderem den Spielkreis an der Plaggestraße und den Kindergarten in Roffhausen geleitet und habe immer wieder erlebt, dass es bei der Mittagsbetreuung der Kinder Defizite gab. Ich habe mich damals mit einer Spende und als Betreuerin für das Projekt engagiert. Doch die Kosten sind erheblich. Deshalb kamen bei mir zunehmend Zweifel auf, ob der Aufwand heute noch gerechtfertigt ist. Unterstützung durch Mittagessen und Hausaufgabenhilfe: ja – aber man muss schauen, ob man das jetzt vorhandene Angebot an den Schulen auch für diese Kinder nutzen kann.
FRAGE:
Verknüpft mit dem Mittagessen bietet das Jugendzentrum eine Hausaufgabenhilfe an. Ist auch die aus Ihrer Sicht überflüssig?
SPIEKER
: Die muss auch nicht mehr sein, weil ja auch die Hausaufgabenbetreuung Bestandteil des Ganztagsschulkonzepts ist. Insofern muss man heute feststellen, dass sich das einmal sicherlich gut gemeinte Projekt „Essen und Leben“ im Jugendzentrum durch die Ganztagsbetreuung an den Schulen überholt hat.
Die Kosten
für das Projekt „Essen und Leben“ lagen nach Angaben der Schortenser Wählergruppe BfB im Jahr 2010 bei 26 000 Euro. Im Schnitt hätten nur sieben Jugendliche am Essen teilgenommen und noch deutlich weniger an der anschließenden Hausaufgabenhilfe.
Mehrmals
hat BfB beantragt, dieses nach Angaben ihres Sprechers „teure und kontraproduktive Angebot“ zu streichen (die
NWZ
berichtete).