Wildeshausen - Un, deux, trois – heute sind die Zahlen bis 69 im Französischkurs dran. Das Besondere an diesem Unterricht: Mama oder Papa darf mitkommen.
„Diesen Kurs gibt es seit Ende der Sommerferien, wir sind sozusagen Probanden“, erzählt Dr. Walter Bialek, Französischlehrer am Gymnasium Wildeshausen. „Die Idee kam einfach. Wir haben einen Aushang gemacht und viele Eltern und Schüler haben sich gemeldet.“
Rund 24 große und kleine Schüler sitzen jeden Montagabend von 18.30 bis 20 Uhr im Musiktrakt des Gymnasiums und pauken Französischvokabeln. „Dabei müssen die Eltern keinerlei Vorkenntnisse besitzen“, erklärt Bialek. Die Kinder haben selbst gerade in der sechsten Klasse mit der Fremdsprache begonnnen.
Der Kurs soll die am Vormittag erlernten Inhalte festigen. Am Abend richtet der Französischlehrer den Unterricht auf den nächsten Frankreichurlaub aus und macht das Ganze etwas erwachsener. „Die Eltern lernen so nicht nur Französisch, sie sehen auch, wie Schule heute aussieht“, so Bialek. Schließlich verbinde man als Erwachsener die Schule immer mit dem Bild aus der eigenen Schulzeit. „Und das ist ja schon eine Weile her.“
So auch bei Caroline Ritscher. Sie und ihre Tochter Nina sitzen gerade vor dem Übungszettel „au restaurant“. „Es ist schön, etwas zusammen zu machen und wenn Nina Fragen hat, kann ich helfen“, erzählt die Mutter. Und auch der Zwölfjährigen macht es sichtlich Spaß, mit Mama zu lernen.Die Frage, ob die Eltern-Kind-Beziehung denn hinderlich fürs Lernen sei, verneint Bialek deutlich: „Es ist eine tolle Atmosphäre und alle haben Spaß.“ Er hoffe, dass das Projekt noch eine Weile so weitergehe. „Wir haben viele Anmeldungen bekommen. Mehr, als in den Kurs passen“, erzählt er erfreut.
Eine Prüfung gibt es am Ende nicht. Im Unterricht zeige sich, was die Schwächen und die Stärken der Teilnehmer sind. „Außerdem: Fehler tun nicht weh“, lacht Bialek und widmet sich wieder seinen großen und kleinen Schülern.
