Jever - Es ist das Ziel einer langen Reise und gleichzeitig die Belohnung kontinuierlicher Arbeit: Die Berufsbildenden Schulen Jever dürfen sich nun für fünf Jahre zu den 26 Berufsbildenden Schulen in Niedersachsen zählen, die das Zertifikat „Europaschule Umweltschule in Europa“ erhalten haben. Insgesamt tragen in Niedersachsen derzeit 108 Schulen die Auszeichnung „Europaschule“.

Die Europaschulen in Niedersachsen haben das Ziel, Kenntnisse über Europa und europäische Institutionen zu fördern, die aktive Teilhabe an der Unionsbürgerschaft sowie die Mehrsprachigkeit zu stärken und in besonderem Maß die Entwicklung interkultureller Kompetenzen zu unterstützen.

Lehrer Detlef Reuter ist als Europabeauftragter der Schule Motor des internationalen Projekts: Für ihn ist insbesondere die Stärke der Jade-Bay- Region erfreulich. Denn neben Jever haben auch die Berufsbildenden Schulen Wilhelmshaven und Wittmund den Titel „Europaschule“ erhalten.„Und auch Varel wird bald dazukommen“, ist Schulleiter Jan Zimmermann sicher. Auch er schätzt die Zusammenarbeit in der Region, ohne die so manches Projekt nicht möglich gewesen sei.

Maßgeblich für die Auszeichnung als Europaschule sei auch die Initiative „Internationale Berufsbildung Jade“. Im Rahmen der EU-Projekte Comenius, Ereivet und Erasmus Plus setzt die BBS Jever seit Jahren auf europäische Zusammenarbeit in Form von Schüleraustausch und Praktika mit Finnland, den Niederlanden, Tschechien, Spanien und England. „Der osteuropäische Raum und Asien sind weitere interessante Gebiete“, meint Zimmermann mit Blick auf neue Partnerschaften. Reuter bestätigt: „Es kann schon sein, dass wir im nächsten Jahr zwei weitere Flaggen auf unserer Kooperationsliste haben.“

Die BBS versuche zudem, so Reuter, die „Auslandsaufenthalte in den Unterricht einzubetten“. „Denn solche Erfahrungen lassen sich durch Bücher nicht vermitteln.“

Die Europaausrichtung der Schule sei attraktiv für Schüler und Wirtschaftsunternehmen, die mit der BBS zusammenarbeiten. Aber sie ist auch interessant für neue Lehrkräfte, wie Schulleiter Jan Zimmermann bestätigt: „Es gibt gezielte Anfragen von neuen Kollegen, die ihre Bewerbung aufgrund unserer internationalen Ausrichtung gewählt haben.“

Detlef Reuter sieht in der Internationalisierung eine Möglichkeit, den Fachkräftemangel zu beheben. Zimmermann geht sogar noch weiter: „Durch die langjährigen und generationsübergreifenden Projekte betreiben wir aktive Friedensförderung.“ Dies gelte es nun weiter auszubauen – insbesondere mit neuen Partnerländern in Osteuropa.

Denn mit der Anerkennung als Europaschule sei das Ziel noch längst nicht erreicht: Es gelte nun, Sprach- und Finanzierungsbarrieren zu überwinden. „Für solche Projekte kann man ruhig etwas mehr Geld ausgeben“, findet Zimmermann. Er wünscht sich außerdem mehr Unterstützung für die Projekte durch Personal. Zugleich lobte er das Team um Reuter. „Er ist der Motor und alle anderen ziehen gern mit“.