„Wenn einer beim Bezahlen nicht mitspielt“, und Kommentar „Friss oder stirb“ von Lea Bernsmann (NWZ vom 4. Dezember), zum finanziellen Eigenbeitrag der Evangelischen Kirche für Kitas

„Da könnte ja jeder kommen!“ heißt es in dem „Bericht“ (was ihn natürlich eher zu einem Kommentar macht). Anscheinend gilt das aber auch für die offenbar etwas desorientierte Redakteurin.

Da werden reihenweise suggestive Fragen gestellt, ohne der zentralen Eingangsfrage weiter nachzugehen: „Warum gelten nicht die gleichen Bedingungen für alle?“

Warum also – um einmal im NWZ-Jargon zu sprechen – ‚zockt’ die Stadt eigentlich die Kirchen (und damit uns Kirchensteuerzahler) ab, die mit 10 % Eigenanteil das drei- bis zehnfache (!) von dem zahlen müssen, was die anderen freien Kita-Träger aufzuwenden haben? Ist doch klar, dass diese „Sonderrolle“ für die Kirche auf Dauer nicht tragbar ist.

Von „Erpressung“ zu sprechen, nur weil sie das neu verhandelt haben will, ist schon ziemlich unverschämt und verdreht die Verhältnisse.

Dr. Stephan Scholz Oldenburg

(....) Im Kommentar wirft Frau Bernsmann allen Beteiligten ein Verhalten wie Kindergartenkindern vor. Sie tut dies abwertend, fast verächtlich. Der Autorin sei gesagt, dass der Kindergarten der Ort für frühkindliche Bildung ist, der Ort, an dem hochqualifizierte Kolleginnen und Kollegen jeden Tag Kinder optimal fördern und auf ihrem Weg individuell begleiten, der Ort an dem Integration ganz spielend gelingt, an dem Sprachförderung und Vorbereitung auf die Schule passiert und der Ort, an dem das Leben in Gemeinschaft mit Regeln, das Freunde finden und (ebenso wichtig) behalten ausprobiert und geübt wird.

Das ist Kindergarten – und nicht der verlängerte Arm des Bällebades einer großen schwedischen Möbelhauskette, wo Kinder nur aufbewahrt werden. (...)

Peter Schreiber, Einrichtungsleiter Kita Blumenstraße Oldenburg