EVERSTEN - Neuland hat die Katholische Grundschule Eversten betreten: Drei Monate lang lernten Dritt- und Viertklässler mit der Sprachassistentin Lisa Andersen Dänisch. Dem neunjährigen Lukas Maximilian Grundei hat die Sprache zum Beispiel sogar so viel Spaß gemacht, dass seine Familie möglicherweise den nächsten Urlaub in Dänemark verbringen wird.

Die Dänin Lisa Andersen kam im Rahmen des europäischen Austausch-Projektes „Comenius“ nach Eversten, das an der Grundschule unter dem Motto „Geschichten erzählen“ steht. Für die Schüler geht es deshalb in dem Unterricht nicht ausschließlich darum, dass sie Dänisch sprechen: „Sie lernen, mit Sprachen umzugehen und über den Tellerrand zu schauen“, so Andersens Betreuungslehrerin Ellen Siemann.

Der Aufenthalt der Dänin war aber nicht nur für die Schüler lehrreich: „Ich war nebenbei hier, um mein Deutsch zu verbessern“, sagt die 26-Jährige. Sie hat zwar in Schule und Universität neun Jahre lang Deutsch gelernt, aber: „Vieles lernt man nur richtig, wenn man mit Deutschen spricht.“

Auch methodisch hat die Lehrerin für Deutsch, Dänisch, Textil und Sport Neues aufschnappen können. Sie durfte zum Beispiel an vielen Englischstunden teilnehmen und dort Ideen sammeln.

In ihren Sprachkursen ging es viel um Farben, Tiere oder Zahlen. Aber auch Kultur und Gesellschaft kamen nicht zu kurz. Ganz aktuell behandelte die Lehrerin aus Århus in der Region Midtjylland das Weihnachtsfest. „God Jul“ – die dänische Version von „Frohe Weihnachten“ – können deshalb alle Schüler sagen. Aber auch Geschichten über dänische Traditionen wie das Tanzen um den Weihnachtsbaum waren fester Unterrichts-Bestandteil.

Sowohl die Dänin als auch ihre deutsche Kollegin sind begeistert, wie schnell die Kinder die fremde Sprache gelernt haben. „Am Anfang ist es schwer“, erklärt die neunjährige Laura Hadan, „aber nach einiger Zeit wird es leichter.“ Dazu Ellen Siemann: „Die Schüler hatten wirklich wenig Probleme.“ Schwierig wurde es laut Lisa Andersen nur bei der Aussprache der fremden Buchstaben „Ø“ ,„Æ“ und „Å“. Außerdem gesteht sie scherzhaft: „Die Dänen sprechen wie mit einer heißen Kartoffel im Mund.“

Die neue Erfahrung wird von allen Seiten als Erfolg gewertet: „Wir waren sehr froh, eine dänische Lehrerin zu haben“, so Ellen Siemann, „schließlich kennen viele Kinder Dänemark durch den Urlaub sehr gut und können daher etwas mit dem Unterricht verbinden.“