EVERSTEN - Stolz zeigt Joel (6) auf das blaue Haltestellen-Schild. Von hier aus wird er ab jetzt jeden Morgen mit drei anderen Kindern zur Schule gehen – ohne Erwachsene. Mit einem Verkehrstag wurde am Mittwoch das Schulexpress-Projekt der Grundschule Staakenweg offiziell gestartet.

„Ziel der Aktion ist, die Kinder schon vor der Schule zusammenzubringen“, erklärt Initiatorin Edith Engeler. So seien sie ausgeruhter und konzentrierter im Unterricht, da sie sich schon vor der Schule über Neuigkeiten austauschen könnten und Bewegung an der frischen Luft hätten. „Außerdem fördert es die Selbstständigkeit der Kinder“, sagt die Lehrerin.

Mit Hilfe der Eltern sammelte sie mögliche Gefahrenstellen rund um die Schule und entwickelte daraus 15 Treffpunkte im Umkreis von gut einem Kilometer um die Schule mit sicheren Strecken. Die Polizei überprüfte die Routen zusätzlich und gab sie als sicher frei.

Auch wenn einige Stellen schwierig sind – wie die Kreuzung Edewechter Landstraße und Lerigauweg. „Dort ist ein sehr schmaler Fußgängerüberweg, aber die Stadt hat versichert, dass dort bald etwas getan wird“, erzählt Schulleiterin Gisela Schläfke.

Die Eltern bringen ihre Kinder zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Auto zu den Stationen, von wo sie sich in festgelegten Vierer- und Fünfergruppen auf den Weg machen. „Wir wollen damit auch den morgendlichen Autoverkehr vor der Schule verringern und so die Eltern entlasten“, sagt Gisela Schläfke.

Die Eltern und die Kinder jedenfalls sind vom Schulexpress begeistert. „Wir kutschieren unsere Kinder heutzutage viel zu oft, aber alleine möchte ich meinen Sohn nicht gehen lassen. Die Kleingruppen sind da eine gute Möglichkeit“, so Heidi Müller-Faber. Und Joel und Theo (6) finden es „super“. Sie sind stolz, alleine zur Schule gehen zu dürfen.

Am Verkehrstag konnten sich die Kinder auf die Teilnahme im Straßenverkehr vorbereiten. An 14 Stationen testeten und trainierten sie Feinmotorik, Gehör und Aufmerksamkeit. Kinder der Fahrrad-AG überprüften zudem die Räder ihrer Mitschüler auf Verkehrstauglichkeit. „Wir brauchen da nicht mal aufpassen. Die machen das eigenständig und professionell“, freut sich Engeler.

Die Grundschule Staakenweg ist die erste in Oldenburg, die den Schul-Express einführt. Gefördert und unterstützt wurde das Projekt vom Oldenburger Lasikzentrum Optivision.