EVREUX - Mit Gastgeschenken im Koffer, französischen Vokabeln im Kopf und Spannung im Bauch haben die 34 Schüler der 8. Klassen der Liebfrauenschule Cloppenburg den Bus bestiegen, der sie in Begleitung der Lehrer Werner Lohmann und Mechthild Wesselmann nach Evreux in der Normandie bringen sollte. Alle Teilnehmer des Schüleraustausches hatten bereits brieflich Kontakt zu den französischen Gleichaltrigen aufgenommen, doch war es für sie das erste Mal, dass sie in einer Gastfamilie wohnen sollten. Nach einem herzlichen Empfang wich aber schnell die Nervosität der Spannung, ihr neues „Zuhause“ für die kommende Woche kennenzulernen.

Nach einer Führung durch die Partnerschule, das Collège de l’Immaculée mit der Schulleiterin Madame Adam am nächsten Tag hatten die Schüler Gelegenheit, am Unterricht ihrer Austauschpartner teilzunehmen und so die Unterschiede zu ihrer eigenen Schule kennenzulernen. Nach der Stadtralley durch Evreux ging es am Abend zum bereits seit 20 Jahren traditionellen gemeinsamen Bowling.

Die folgenden Tage waren mit interessanten Ausflügen gefüllt: Am Montag ging es mit dem Bus nach Paris, vorbei am Arc de Triomphe zum Louvre, von dort aus zu Fuß über die Ile de la Cité zur Kathedrale Notre Dame, vorbei am Hotel de Ville zum Centre Pompidou und anschließend mit dem Schiff über die Seine zum Eiffelturm. Die beeindruckende Aussicht über die Stadt der Liebe bildete den Abschluss dieses Ausflugs.

Die Hauptstadt der Normandie, Rouen, lernten die Schüler am nächsten Tag kennen. Deren Geschichte und Bedeutung wurde ihnen in einer sehr lebendig gestalteten Stadtführung nahe gebracht. Anschließend ging es nach Giverny, zum Haus und Garten des impressionistischen Malers Claude Monet. Das Motiv eines seiner berühmtesten Bilder, den Seerosenteich, kannten die Schüler aus dem Kunstunterricht, und sie konnten hier feststellen, dass er in der Realität noch viel schöner war.

Den „süßen“ Abschluss bildete am Mittwochmorgen die Besichtigung der Schokoladenfabrik von Michel Cluizel, von der alle Schüler ein kleines Geschenk mit nach Hause nehmen durften. Die besondere Qualität des Schüleraustausches zeigte sich beim Abschied, bei dem auch einige Tränen flossen.

Mit Souvenirs im Koffer, vielen neuen und wichtigen Erfahrungen im Kopf und dem guten Gefühl, neue Freunde gefunden zu haben, machten sich die Liebfrauenschülerinnen und -schüler auf die Rückreise – und planten bereits im Bus mit großer Begeisterung und Motivation die Woche des Gegenbesuchs der Franzosen im März. Dass im deutschen Autobahnrestaurant auf Französisch bestellt wurde, verwunderte die Jungen und Mädchen selbst aber nicht.