Hude - Eigentlich ist auf der Glatzer Straße nicht viel los. Doch kurz bevor am Morgen an der Grundschule Hude-Süd der Unterricht beginnt, drängeln sich Autos von Müttern und Vätern, Kinder auf Rädern und Rollern und Schulbusse auf der Fahrbahn. „Das ist seit Jahren ein Problem“, sagt Marlene Holst, kommissarische Leiterin der Grundschule. „Die Eltern bringen so am Ende ihre Kinder selbst in Gefahr.“

Damit die „Mama-Taxen“ vor dem Gebäude weniger werden, sollen mehr Schüler mit dem Rad oder zu Fuß kommen. Am Dienstagmorgen legten die Kinder gemeinsam mit Polizei, ADAC, ihren Lehrern und der Organisation „Schulexpress“ die Grundlagen dafür. Neben theoretischen Übungen zu Verkehrsregeln gab es für die Klassen 1 und 2 einen Rollerparcours in der Sporthalle, die dritten Klassen schwangen sich auf den Fahrradsattel und kurvten um Hütchen und Slalomstangen. Die vierten Klassen lernten an einem Bundeswehr-LKW etwas über die Gefahr des „Toten Winkels“.

„Einige Kinder sind richtig fit“, sagte Carsten Grallert, Verkehrssicherheitsberater der Delmenhorster Polizei. „Andere sind aber noch unsicher.“ Deshalb sollten die Schüler am Montag möglichst oft durch den Parcours fahren. Denn: „Das Beherrschen des Fahrrads ist die Grundlage für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr“, erklärte der Polizist, der später auch noch die Räder auf Verkehrssicherheit überprüfte.

Bereits seit einigen Jahren gibt es an der Grundschule den „Schulexpress“. Dazu gehören ein Dutzend Haltestellen, an denen sich die Schüler sammeln und gemeinsam zum Unterricht laufen oder fahren können. Vor den Osterferien gab es zudem zweieinhalb autofreie Wochen. Die Klassen 3a und 4a schafften es, ganz auf „Mama-Taxen“ zu verzichten. „Bei den anderen lag die Quote zwischen 90 und 99 Prozent“, sagte Holst.