FALKENBURG - Das Juroren-Leben könnte so entspannt sein! Könnte – wenn die Unterschiede zwischen den Bewerbern so deutlich ausfielen, dass sich der Sieger quasi von selbst küren würden. Aber das, so machte Jury-Mitglied und Plattdeutsch-Beauftragter der Gemeinde Dirk Wieting klar, war beim Plattdeutschen Lesewettbewerb der Grundschule Habbrügge nicht der Fall.
„Ihr habt uns das Leben richtig schwer gemacht“, klagte Wieting – vorsichtshalber auf Hochdeutsch, damit es auch die versammelte Presse versteht – den sieben Teilnehmern das Leid der Jury. Neben Wieting selbst hatten Schulleiterin Christine Büsselmann und Platt-Sprecherin Christel Zießler über die Lesekompetenz der Dritt- und Viertklässler zu befinden. Am Ende stand für jeden Jahrgang eine Siegerin fest: Ina Timmermann (9 Jahre, 3. Schuljahr) und Nadine Fischer (10, 4. Schuljahr) werden die Grundschule Habbrügge am 13. April beim Kreisentscheid des Wettbewerbs in Wildeshausen vertreten. „Jetzt gehts ins Trainingslager!“, kündigte Angela Hillen, Leiterin der Plattdeutsch-AG in Habbrügge, an.
Juror Dirk Wieting forderte die Grundschüler nach der Übergabe von Urkunden und Präsenten auf, sich auch an den weiterführenden Schulen weiter fürs Plattdeutsche zu engagieren. „Wir animieren eure Lehrer, damit sie euch animieren“, erklärte er eines seiner Ziele als Sprachpfleger.
Dort, wo heute daran gearbeitet wird, dass die plattdeutsche Sprache erhalten bleibt, war früher übrigens genau das Gegenteil die Zielsetzung, wie Günter Schulenberg, Großvater von Wettbewerbsteilnehmer Claas Schulenberg, berichtete: „Ich habe an dieser Schule Hochdeutsch gelernt.“
