Oldenburg - Immer mehr Familien aus Syrien, Afghanistan, aus dem Irak und anderen Ländern kamen nach Oldenburg. Viele suchten Zuflucht vor Krieg, Terror und Existenzangst. In dieser Situation war vor rund einem Jahr die Idee entstanden, Familien als Ansprechpartner oder Paten zu vermitteln.
„InFa(r)Be – Interkulturelle Familienbegegnungen“ – mit diesem etwas sperrigen Namen wurde das Projekt im Februar 2016 ins Leben gerufen. Fast ein Jahr später blicken die Organisatoren auf eine erfolgreiche Startphase zurück.
Einige Familien hatten sich bei der Agentur Ehrensache der Stadt Oldenburg gemeldet, andere fragten bei der Evangelischen Familien-Bildungsstätte nach. Sie wollten sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren.
Die Stadt initiierte daraufhin in Kooperation mit der Evangelischen Familien-Bildungsstätte (EFB) und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband das Projekt zur Begegnung einheimischer und zugewanderter Familien.
Finanziell unterstützt wurde die Arbeit durch Mittel aus dem landesweiten Projekt „Willkommen in Niedersachsen“ sowie aus der NDR-Aktion „Hand in Hand für Norddeutschland“. Die Sozialpädagoginnen Carola Kürten (EFB) und Cornelia Scharmann (Paritätischer) übernahmen die Koordination. Sie setzten sich zum Ziel, niederschwellige Kontakte zwischen Oldenburgern und zugewanderten Familien herzustellen und diese zu begleiten.
In den vergangenen Monaten wurden Tandempatenschaften gebildet, die sich zu gemeinsamen Aktivitäten trafen. Zusätzlich wurden im Laufe des Jahres fünf Familiennachmittage organisiert, bei denen sich die Tandems kennenlernten und austauschten. Vorträge und Supervisionsangebote über die Agentur Ehrensache gaben den Helfenden die Möglichkeit, Erlebtes zu reflektieren. „Viele Kontakte sind entstanden, Überraschungen, Verwirrendes, Lustiges, Dankbarkeit, vielfältiges Leben wurde erfahrbar“, resümieren die Projektkoordinatorinnen nach knapp einem Jahr.
Aufgrund der positiven Erfahrungen wird das Projekt in 2017 weitergeführt. Die Koordination liegt dann allein bei der Evangelischen Familien- Bildungsstätte. Begründung: Die Mittel aus „Hand in Hand“ kämen jedes Jahr einem anderen sozialen Projekt zugute, teilt die EFB mit. Zusätzlich zu den Familiennachmittagen gibt es monatliche Austauschabende für die Ehrenamtlichen.
